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10. (3-irgenti (Dioskurentempcl). 412
in der Entwickelungsgeschichte der grie-chischen Kunst.
Der Tempel des Zeus, Olympios (das Olyra-pieion), ist der einzige Tempel von Akra-gas , dessen Name völlig sicher ist. Erwurde nach, dem grossen Sieg bei lUmera(480 v. Chr.) begonnen, als die Zahl derkarthagischen Gefangenen so bedeutendwar, dass manchen Bürgern von Akragasf>Oü zugetheilt wurden. Bis zum Dach fertig,ward sein Bau plötzlich durch die kartha-gische Eroberung der Stadt (400 v. Chr.)für immer beigelegt. Folybius ( 5), 27) nenntihn hinsichtlich Entwurf und Grösse keinemder griechischen nachstehend, und Diodor(13, 82) sagt von ihm: »Das Olympieion hatiu der Dünge -140 Fuss, in der Breite 60(d. h. 160), in der Höhe 120 ohne die Stu-fen; es ist der grösste Tempel in Sicilien,doch wurde er wegen des Kriegs nicht voll-endet und erhielt keine Decke. Er hat mitMauern verbundene * Säulen , denn diese
Meier.
Grundriss des Zeustompels zu (lirgenti.
sind mit dem Mauerwerk zusammengebaut;sie sind aussen rund und gegen das Inneredes Tempels viereckig. Der äussere Um-fang der Säulen, deren Hohlkehlen so breitund tief sind, dass ein Mensch sich in die-selben hineinstellen kann (was NB. die Rei-senden noch jetzt meist thatsächlich erhär-ten), misst 20 Fuss, inwendig 12 Fuss. Anden Hallen, die eine ungemeine Grösse undHöhe haben, ist auf der Ostseite der Gi-gantenkampf dargestellt, in sehr grossen,vortrefflichen Hochreliefs, auf der Westseitedie Eroberung Troja’s, in welcher man jedenHeroen in seiner charakteristischen Eigen-thümliclikeit sehen kann«. — Leider wurdeerst im 18. Jjihrli. ein grosser Theil derTrümmer für den Bau des neuen Hafensverwendet! Vom Säulenboden ( Stereobat)sind die Hälfte der Ostseite und Stücke derNordseite erhalten, aus drei Lagen beste-hend (unverziert), dann folgen fünf Stufen,darüber der Sockel für die Halbmulen undihre Verbindungsmauern; den Halbsäulenentsprechen nach innen Pfeiler. Man siehtnoch die Fundamente der Halbsäulen, 2—4an der Ostseite, 6 — 0 an der Nordseite,2 — 7 an der Südseite, Ecksäule im Nord-westen. Der Durchmesser derl lalbsäulen be-trägt unten 13, 6, oben 11, 4, öPalmi; sie
springen bis 8, 10 Palmi über das Mauer-werk vor und stehen auf einer kleinenBasis (0, 9 P. hoch); die Zahl ihrer Hohlkehlenbeträgt neun ganze (je 2 P. Durchmesser)und zwei halbe; die Dicke der Verbindungs-mauer beträgt 5,3, 6 P.; die Pfeiler springennach innen 2, 7, 6 P. vor. Der Zwischen-säulenraum beträgt gegen innen 4Vs m.;die Höhe der Säulen muss ohne Kapitalca. 57 Palmi gemessen haben; der Architraoist 10, 4, 7 P. hoch; der Fries, aus un-geheuren Einzelblöcken zusammen gefügt,12, 5, 6 P.; die Breite des Triglyplis 6, 30, 6 P.Wie das noch vorhandene Fundament dermittelsten (vierten) Säule an der Ostseite be-zeugt, kann keine Tempelthür liier ge-wesen sein. — An den Ausscmnaucrn, diejetzt theilweise mit Kaktus bewachsen sind,kann man den Umfang des Baues nochgrosse Strecken weit verfolgen.
Der Iliesen-l'elamon am Boden, 7,7» m.lang (!) und von einer Schulter zur andern2,05 m. breit (!), gehört zu eiuer Reihe vonGesimsträgern an den Wänden der Cella,von denen die Fragmente zu 11 aufgefun-den wurden; sie sind nackt, tragen eineMütze auf dem Kopf, ihr Haar ist in ge-ringelten Locken angeordnet; sie müssen,wenn auch in der Ausführung hart undtrocken, doch von imposantester Wirkunggewesen sein. Die Stadt Girgenti nahmdiese Giganten in ihr Wappen auf.
An der linken Langseite des Tempelsführt ein hall) mit Gras bewachsenerFussweg in 2 Min. nordostwärts zumsogen.
*I)iosknrentempel (tempio di Ca-störe e PolluceJ, einem pittoresken Laumit vier dorischen Säulen und Giebel-bruchstiicken; Gebälk erst 1860 durchCavallari im Auftrag der archäologischenKommission aufgerichtet, im Plan domHere- und Concordiatempel verwandt;sein Stylobat war dreistufig, an der Laug-seite hatte er wahrscheinlich je 13 Säu-len, an den Fronten je sechs, sämmtliehmit 20 Kaunelüren; Säulen und Gebälksind mit feinem Stuck bekleidet, aufwelchen farbige Dekorationen aufgetra-gen wurden. Am Kranzgesims gehörendie unteren Glieder dem griechischenDorismus an, die oberen einer römischenRestauration.
Der Durchmesser der Säulen ist unten4, 7, oben 3, 8 Palmi; die Höhe des Schafts20, 3, des Halses 0, 8 (er ist mit drei Astraga-lcn verziert), der Ringe 0, 2, des schönen Eelii-nus 0, 11, 6, des Abacus 1, 0, 2P.; die Frontdesselben misst 5, 10 P. Die Säulen bestehenaus drei Trommeln; der Säulenzwisclien-raum beträgt 5 I*. Das Gebälk war bemalt,die Tänie rotli, die Regula blau; die Tri-