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10. Girgeuti (Maccaluba).
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einer normannischen Kirche, auf denRuinen eines sehr alten, wahrscheinlichder 'Demeter und Persephone geweihten<p-iechisehen Tempels in nntis errichtet,der aus einer einfachen Cella bestellt, mitden Wänden ostwärts in einen Portikusmit zwei Säulen endigend.
Man hält ihn für den von Pindar be-sungenen »Sitz der Persephone« (Pindar, impythiselien Siegesgesang auf Midas vonAkragas, XII, 1, ruft die [Flussnymphe der]Stadt Akragas an: »Freundin der Pracht, Duschönste der irdischen Städte, »Sitz derPersephone«, Du, am lierdengesögnetenStrand des Akragas stattlich umbaute llöh’nbewohnend«). Der Tempel ist auf einerbesonders für ihn in den Felsen gehauenenTerrasse errichtet, die Basis besteht ausregelrechtem Mauerwerk, in Stufen einge-zogen; erhalten sind die Stufen der Südseite,fast die ganze Cellamauer, die aus grossen,sauber und regelmässig gelegten Blöckenbesteht, und die Mauer des Pronaos, dessenStelle jetzt die Kirchenapsis, durch die maneintritt, einnimmt. Die Wand des Posticumswird von einem Spitzbogenportal durch-brochen. Süd- und Nordseite haben in derOsthälfte sieben Lagen rechteckiger Blöcke,in der Westhälfte dagegen Quadrate Blöcke,wonach also eine Restauration stattgefun-den hat. Als höchst einfacher, uralter Anten-tempel, auf hohem Berg, auf der Wachtüber dem herdenreichen Fuss Akragas,kann es wirklich ein Demeter-Persephone-tempel gewesen sein, da es zehn Jahre nachErbauung von Akragas schon Demeterkultusgab. — Holm hält den Tempel für einen«lern Flussgott Akragas geweihten. Langedes Stylobats auf der obersten Stufe 27,6 m.,Breite 12,3 m., Tiefe des Pronaos 8 m.,'Piefc des Tempels 2«) m. — Orientirung110°—29J° statt 1)0°—270°. — Auch von hieroben überblickt man ganz Akragas.
Gute Fussgängcr können gegen dieSteinbrüche kinab und um diese herumdie Spuren der antiken heiligen Strasseverfolgen, ‘welche in den Felsen eilige-schnitten von WKW. zum Tempel hinan-fiihrte; man gelangt dann an der FontanaBuonamorrone auf die grosse neue Hafen-Landstrasse bei Villa Gennardi hinab. —Au der modernen Stadt ziehen sich zahl-reiche unterirdische Gänge und Höhlenhin, »il labirinto«; sie bilden grossräu-mige Säle, die durch vor Schutt kaumpassirbarc Gänge verbunden sind, oft mitLicht- und Luftscliaeliten; ihre Tiefe unterder Oberfläche beträgt bis auf 15 m.(Ilaupteingang in der Kirche del Purga-torio); es waren wohl ursprünglich Stein-
briiclie, die dann als Zufluchtsorte benutztwurden. Auf dem lliigel Lo Sperone,östl. am S. Biagio, 190 m. U. M., lindetman an der Nordostecke des steilen Fel-sens eingeliauene griechische Gräber,runde Höhlen ohne Bänke; dabei auchsogen. Ddieri, d. li. kleine Fenstcrgräber,der vorgriecliisclien Zeit augehörend,auch Fclsenarkosolien, von llalbkreis-bögon überwölbt.
Die Maccaluba, 8 St. von Girgeuti (mitFührer [5 Fr.] zu besuchen!), interessanterSchlammvulkan, nordöstl. in der Hochebene.Jenseit Porta Ponte folgt man zuerst derLandstrasse nach Caltanisetta; bald jenseitder Stadt wird die Umgebung Öde undkahl; abgefiaclite steinige Höhenrückenund eine Schlucht mit einem Flussbett bil-den die Aussicht. Dann biegt man an derBarriera, U/4 .St. von Girgeuti, uördl. vonder Landstrasse ab und steigt auf steinigem,beschwerlichem Weg die Stufen hinan, anAragona (12,000 Einw.), mit grossem Baronial-seliloss, vorbei, zur dunkelbraunen Hoch-fläche empor. Der Boden ist überall zer-rissen. Die Hochebene ist ziemlich ausge-dehnt und mit zahlreichen (25—30) 1 /a -- l l<i m.hohen, kleinen Hügelcheu bedeckt, Kegelnvon erhärtetem Schlamm, aus deren kleinenKraterlöchern dlinnor, bleigrauer Schlammhervorbricht, oft unter geräuschvoller Bla-senwerfuiig in Intervallen eniporquirloncl.Nähert man sich diesen Vulkanen mit einerFackel, so entzündet sieh plötzlich das aus-strömende Gas. Starker Regen ebnet dieKegelchon und verwandelt dieselben inblasenwerfende Schlammpfützen. (Seltenerfolgen heftigere Ausbrüche, Schlamm-säulen mit ausgeworfenen Steinen [wie1777 und 1811], Kalktuff, Gips, Quarz,Schwefelkies.) Das Gas brennt leicht mitgelber Farbe lind enthält 0(5,5—00,5 Proc.Kohlenwasserstoff mit Stickstoff gemengtund bis l,s Proc. Kohlensäure. Die Tempe-ratur des Wassers, das stark auf Chlor undSchwefelsäure reagirt, betrug im Mai 187(521,5° C. bei einer Lufttemperatur von 26°C.—Die Umgebung ist von schauerlichster Oede.
Ein Besuch in den Schwefelminen derUmgebung (z. B. 8 St. von Girgeuti imSchwefelbergwerk von Comitini) bietet mannig-faches Interresse. Die Aufnahme ist stetseine sehr freundliche. Man begegnet unter-wegs zahlreichen mit Schwefel beladenenMaulthieren, welche die Last in regelmässiggeformten Quadern tragen; auf den Wogenliegen überall .Schwefelbrocken zerstreut,liier und da sieht man in den Bergendichte Rauchsäulen der dampfenden Seliwc-felminen; die Atmosphäre ist ununterbrochenvon Schwefelgeruch durchzogen, die Land-schaft Wüste oder Heide mit röthliclienRindern. In den Bergschluchten kommtman zu den Schmehwcrken, wo das Schwefel-
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