Band 
Erster Theil.
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Hierauf erinnerte er das versammelte Volk, die ange-hörten Vorstellungen wohl zu Herzen zu fassen; seine letz-ten Worte waren eifrige Wünsche für das Wohl seinerMitbürger. Unter Thränen nahmen die Geistlichen, welcheihn begleitet hatten, Abschied von ihm, aber er bliebunerschütterlich; denn man nahm nicht die geringste Be-wegung weder an seinen Manschetten noch in seinerStimme wahr 2"). Dann entkleidete er sich selbst so kalt-blütig, wie einer, der sich zu Bette legen will. Mit einemlebhaften: »Va Lravate« legte er seine Halsbinde wegFesten Blickes sprach er mit dem Henker, setzte sich dannauf den Stuhl, half selbst sein Hemd zurückschlagen, lehntesich fest an den Rücken des Stuhles, während man ihm dieAugen mit einer Mütze bedeckte^), und in einem Augenblickhob ihm der Scharfrichter das Haupt von den SchulternHinwegs). Auch nach dem Tode behielt dieses edle Ange-sicht noch immer seinen sanften und ruhigen Ausdruck-^).

Einige vornehme Engländer, die von Genf gekommenwaren, um dieser Hinrichtung beizuwohnen, sagten aufdem Schlosse beim Anblick feiner Standhaftigkeit: „Be-fürchtet man keinen Aufstand zum Schutze dieses Mannes?"denn sie konnten nicht glauben, daß er ohne Hoffnungauf Befreiung so ruhig bleiben könne. Auf dem Richt-platte ließen sie ihn nie aus den Augen, und sagtenvoll der höchsten Verwunderung: „Dieser Mann ist als

345) l.sttis eerits äs l.nnssi>ne, 27. April.

346» Ibiä.

347) Barnaud, 438. Der Pfarrer Depont erzählte, daß er, aufdem Blutgerüste geblieben, um ihn i» seinem letzten Augenblickein der Nähe aufmerksam zu betrachten, die Augen unverwandt aufseine Manschetten geheftet habe, welche sich nicht am mindestenbewegten, wa« indeß bei der allergeringsten Erschütterung des-selben geschehen wäre. Olivier, 442.

348) Simmler, 246.