Band 
Erster Theil.
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Kampf herbeiführen; man besorgte es und bereitete sichdarauf vor. Alles Abrathen war vergebens^).

Die neuen Räthe waren in einem an den großenPlatz stoßenden Haufe versammelt. Vor demselben hattesich das Volk beider Parteien aufgestellt. Anfangs wech-selte man nur einige Witzworte — eine Waffe die derAppenzeller gut zu handhaben weiß — bis zwei jungeKnaben sich angriffen, wobei der Harte unterlag undvon dem Linden heftig geschlagen wurde. Ein harterwarf sich auf den Obsiegenden; seine Streiche riefenwieder andere herbei und so entstand eine allgemeineSchlägerei^). Die Weiber der Linden trugen ihrenMännern, Brudern, Söhnen Stecken, Prügel, Stöckemit eisernen Spitzen^) und ganze Schürzen voll Steinezu. Die Gegenpartei griff zu denselben Waffen, undwenn man sich bis auf diesen Tag nur mit Fäustengeschlagen, so floß diesmal Blut. Indessen mußten dieHarten nach etwa einer halben Stunde weichen; sie zogensich durch eine doppelte Reihe ihrer Gegner hindurch zurück,welche mit Fäusten auf sie zuschlugen. Das geschah vonsechs bis sieben Uhr Morgens. Um größerem Unheilzuvorzukommen, wurden Unterredungen angestellt. Aberplötzlich verkündigte ein entsetzlicher Lärm die Ankunft derBewohner von Teufen und Bühler, welche mit Stöcken

75) Walsir > III. 68 , 68 ; Laurenz Zellweger .

76) Man sieht aus dieser pünktlichen Darstellung. haß die Vorgesetztenvon Herisau die Partei in Trogen mit Unrecht beschuldigtendurch Absendung einer Hnlfstruppe in die Gemeinde das Unglückzu Gais verursacht zu haben. Bei Aufregung der Parteien blei-ben solche Anklagen nie aus. Schreiben von Landammann,Amt-, Hauptleut und Räth der Kirchhöre Herisau an die Ge-sandten der evangelischen und zugewandten Orte in St. Gallen ,6. März 1733. Zürcher Archiv. Appenz. Geschäft; Beilagen.Ko. 56. (Siehe auch ein anderes Schreiben vom 8. März. >

77) „Sparren."