Band 
Erster Theil.
Seite
321
JPEG-Download
 

321 --

ich habe Vorsichtsmaßregeln getroffen, um den Erfolgzu sichern; aber der Senat hatte mir Vollmacht dazugegeben." Die Sprache des Gewissens täuscht nicht.Trembley hatte auf den fremden Kriegsdienst und dieGunst eines großen Fürsten verzichtet, schmeichlerischeHoffnungen aufgegeben, um sich seinem Vaterlands zuwidmen. „Zch bin zu Aemtern gelangt," sagte er ferner,„ohne sie zu suchen, zufrieden mit meinem bescheidenenVermögen, trachtete ich nach nichts, als meinen Kinderndas Beispiel eines ruhigen Bürgers und eines rechtschaf-fenen Magistraten zu hinterlassen; ihr habt gewollt, daßich ihnen das eines Mannes gebe, der sein Unglück mitSündhaftigkeit erträgt, weil er es nicht verdiente. Wennich Recht zu sprechen berufen war, habe ich je mein Herzder Stimme des Unglücklichen verschlossen? Habe ich nichtimmer seine Klagen angehört? Bin ich nicht seine Stütze,sein Vertheidiger gewesen? Und ihr habt gewollt, daß dieSchande mein graues Haupt bedecke und daß die Schmachdas Grab schließe, in welches das Alter mich hinabzieht!Aber das Werk der Ungerechtigkeit kann nicht lange dauern;gegen alle seine Anstrengungen berufe ich mich auf denhöchsten Richter der Menschen, auf mein Gewissen, aufdas eurige, auf das aller gerechten Menschen, auf dieNachwelt""").

Das war die edle Protestation Zohann Trembleys,eines unbiegsamen, aber geraden und läutern Charakters.

Die Legalität hüllte sich in den Schleier gesetzlicherFormen. Den 20. Dezember bestätigte die bei Trom-petenschall und Glockenklang in der St. Peterskirche ver-sammelte Bürgergemeinde die am 6. gefaßten Beschlüsseund bedeckte mit der Fahne die Handlungen, welche sieherbeigeführt hatten. Le Fort sprach zur Versammlung.

340) Lere-iAsr, IV. 158 — 16».

XI. Bd.

2t