- 375
während der dargestellten Unruhen häufig erschienen, undsein Blick hat mit Berücksichtigung seiner Interessen überdie Kantone gewacht. Während einer langen Zeit desMißtrauens und der Erbitterung scheint es, als sei derStützpunkt des schweizerischen Lebens nicht in der Schweiz ,sondern in Frankreich, das indeß für die Schweizer mehreine Quelle der Trennung als der Vereinigung war.Die Erneuerung des Bündnisses mit Frankreich , demSinne der Kantone inmitten ihrer innern Aufregungenvorschwebend, macht mit dem Hauptgegenstand desselben,dem Kriegsdienste, die einzige herrschende eidgenössischeAngelegenheit in diesem achtzehnten Jahrhundert, in demsich die Schweiz wenig anders als kantons- und bruch-stückweise zeigt. Wiederholen wir summarisch die Ge-le schichte dieser Verbindung, die in Anwendung gebrachten
s- Mittel, die Beweggründe, die Resultate, um die zu Wie-
r- deranknüpfung derselben gemachten Versuche zu be-
leuchten.
Unter der Leitung und dem Schutze der Politik Lud-wigs XI. gebildet, ward das Bündniß Frankreichs mitder Schweiz von allen seinen Nachfolgern für wichtig undnothwendig gehalten, hauptsächlich am Ende des sechs-zehnten Jahrhunderts und während der Staatsverwal-it tung Richelieus und Mazarins. Zwei Monarchen er-
kt neuerten dasselbe in Folge langer Unterhandlungen,
^ Heinrich IV. im Jahre 1612 und Ludwig XIV. im
r Jahre 1663. Heinrich IV. , sparsamer mit der Zeit als
l, mit dem Gelde, kürzte die eine ab, verschwendete das andere;
,e er erreichte seinen Zweck in vier Jahren mittelst meh-
rerer Millionen Livres. Dennoch ergab sich Zürich erstzehn oder zwölf Jahre später; Bern war weniger lang-r sam, aber theurer und schloß sieben oder acht Jahre
st nach den eilf andern Orten ab. Die Unterhandlung