Band 
Erster Theil.
Seite
421
JPEG-Download
 

421

so gerechten Verlangen zu entsprechen und den Offizie-ren zu verbieten, sich einzuschiffen "^). Bern , unem-pfindlich, wenn Holland ein Schweizerregiment nachEngland überschiffen ließ, aber gereizt, wenn Frankreich ein Gleiches thun wollte, nahm einen gebieterischen Tonan. Der Rath des Königs fühlte sich beleidigt, hieltaber zurück, so lange der Krieg dauerte"°). Auch dieWerbungen versetzten die schweizerischen Regierungen inverwickelte Lagen und verwandelten noch mehrere Jahrelang die Rathsale in Kampfplätze der fremden Diplo-matie"'). Als einige Offiziere mehrere tausend Mannfür Spanien zu werben gedachten, mußte man Oester-reich nachgeben und einen nachgesuchten Dienst verbieten(1747 und 1748) "2). Als Andere ähnliche Werbungenzu Basel anstellten, fordert Maria Theresia ihre Be-strafung , und sie werden bestraft; zwei Tage nachherfindet der Botschafter die Strafe unzureichend, sie wirdverschärft; sie befriedigt noch nicht, man erklärt die wer-benden Offiziere des Bürgerrechts verlustig; am Endewird ihnen die Betretung des heimathlichen Bodens un-tersagt"^). Hat die Regierung von Bern um diegleiche Zeit (November 1747) dem holländischen Bevoll-mächtigten neue Compangnien verweigert, so ändert siebald ihre Meinung (22. Dezember), als der kluge VanHären der Audienz, die er vom großen Rath erlangt,

135) Zürich an die evangel. Orte und zugewandten Städte, den 2.Januar 1746.

136) Der Minister an Courteille, den 19. Januar 1746.

137) Am meisten Aufschluß über diese Unterhandlungen und Umtriebefindet man in der Correspondenz der französischen Gesandtschaftmit dem Hofe während der Jahre 1748 — 1748, 8uisssNo. 340-342.

138) Metier, 283. 1391 Ochs, VII, 897, SS8.