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enger. Unter so vielen von dem ursprünglichen Zweckeihrer Einsetzung entarteten Behörden wurde der geheimeRath, dieser Wächter der Verfassung und der Freiheit,zu einer Staatsinquisition. **^)
Vielleicht ist diesem Kampfe gegen eine nach der Theil-nahme an der Herrschaft strebende Bürgerschaft die 1722vorgenommene Aenderung zuzuschreiben, daß nämlich dieInschrift des großen Siegels der Regierung: Oivit-rs etOominunitas, mit den Worten kespubliea Lerneosisvertauscht wurde: "2) in beschränktem Geiste erweiterteman die Idee der Souveränität.
Während einer gewissen Anzahl Zahre wurde die Ruhenur noch auf Augenblicke durch Bewerbungen und gerin-gere mit dem Prinzipe des alten Kampfes zusammenhän-gende Zwischenfälle gestört. So zum Beispiel brachte 1727ein Kalender die ganze Stadt Bern in Harnisch: derMaler hatte nämlich in demselben die Wappen einigerGeschlechter mit Bezug auf bisherige Standeserhöhungenverändert. Der Kalender wurde wegen dieser heraldi-schen Ketzerei als höchst gefährlich verurtheilt.*") Zndemselben Zahre kam eine andere, nicht weniger drohendeKetzerei vor, indem nämlich die Empfehlung eines Raths-herrn zu Gunsten seines Neffen für eine der erledigtenStellen im großen Rath unberücksichtigt blieb. Die insolchen Umtrieben erfahrenen Mitglieder der Versammlungerkannten darin den Geist der Neuerung, ja beinahe desAufruhrs, und veranlaßten einen Greisen, seine Entlassungeinzugeben, um den gegen alle Regeln des Nepotismusausgeschlossenen Bewerber an seinen Platz zu wählen.*")
112) Freye Gedanken, 6; Helvetia, I, 423.
113) Helvetia, I, 423; Meyer, 357.
114) Vvn Tillier, V, 147.
115) IbiS.