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Urtheil vorgelesen und sie dem Scharfrichter übergebenwaren, wollte man Henzi seinen Hut nehmen; er er-laubte es aber nicht. Der Zug setzte sich in der näm-lichen Richtung in Bewegung zwischen den gedrängtenReihen des Volkes, das die Straßen erfüllte, und denZuschauern, welche alle Fenster einnahmen, hindurch; zumletzten Male traten die drei Unglückseligen aus ihrer Va-terstadt und sahen Straßen und Bäume von der Mengebedeckt;^") Wernier, von düstern Zweifeln gequält undim Glauben an ein höheres Dasein wenig Trost findend;Henzi, festen Schrittes und freien Sinnes, an die ihnbegleitenden Geistlichen ernste Fragen über die Fortdauerder Seele nach dem Tode und ihr Verhältniß zum Kör-per richtend;^') aus Fueters ganzem Benehmen be-urkundete sich eine aus tiefer religiöser Ueberzeugunghervorgehende Reue und Ergebung. Blaß und zitterndbestieg Wernier das Blutgerüste; kaum vermochte eininbrünstiges Gebet ihn ein wenig zu beruhigen; seineAngst wirkte sogar auf den Scharfrichter, der, obgleich erüber hundert Hinrichtungen glücklich vollzogen hatte, dreiStreiche thun mußte, ehe das Haupt vom Rumpfe fiel.^)Einer der Pfarrer suchte sich vor Henzi zu stellen, damitdieser das schreckliche Schauspiel nicht sehe; er aber
230) Beschreibung der Bürgert Rebellion.
231) Bon Tiliier, V, 204, 205. Ei» am Tage der Hinrichtung ge-schriebener Brief (Helvetia, IV, 263) sagt im Gegentheil vonHenzi, er sei frech gewesen und habe nicht Achtung geben wollen,was ihm die Herren Geistlichen zugesprochen, sondern habe immer-hin und her gegafft, was mit dem Ganzen eben nicht gut über-einstimmt.
232) Die Menge wurde bewegt, als sie auf eine sonderbare Art dieStröme Blutes von Wernier hervorsprudeln sah, welches dieweißen Röcke und Krägen der Geistlichen bespritzte.