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Gegen die Mitte des Jahrhunderts ward es in diesemKanton üblich, seinen Feind oder Widersacher vorzuladen,sich im Thale Zosaphat zu stellen."") Dieses ward mitder nämlichen Buße belegt, wie wenn man sich an dieWahrsager wandte, um einen Diebstahl zu entdecken?'")Die Appenzeller glaubten allgemein an die Einflüsse vonMond und Gestirnen, an die Macht gewisser Tage,"') anLiebestränke, an Sprüche, die die Krankheiten heilen, anden Zauberspiegel, worin man die gestohlenen Sachenwiedersehe, an die geheime Macht, welche den Dieb aufder Flucht festhalte; die Magie sollte auch den Leib stäh-len und ihn gegen Verwundung schützen können."")
Glarus gieng den andern demokratischen Kantonen inder Aufklärung voran. Der Gewerbfleiß nährte die geistigeThätigkeit. Die verständigeren Verhandlungen der Lands-gemeinde setzten politische Einsicht bei den schlichten Land-leuten voraus, welche hinwiederum dadurch entwickeltward. Gegen Ende des Jahrhunderts besaß dieser Kantoneine schöne Anzahl von Männern, welche ihre hohe, durchStudien gebildete Einsicht auszeichnete. Dennoch kam derAberglaube, welcher unter der Herrschaft der Aufklärungschwächer geworden war, wieder in Aufnahme. Anno 1781spie ein neunjähriges Kind Stecknadeln (Gufen), Eisen-drahtftücke, Häftchen und zwei Nägel aus. Eine ausdem Dienst geschickte Magd hatte ihm aus Rache einenLebkuchen, „Leckerlein" genannt, der von einem Schlosserzubereitet war, zu essen gegeben. Man schrie über Zau-berei. Zwanzig Augenzeugen beschworen, das Ausspeien
109) Uravswms der Synode, Anno 1740. Ibiä. Nr. 81.
110) Krnvsmin» der Synode, Anno 1741. Ibiä. Nr. 84.
111) „Log-Tag."
112) Lamenz Zellweger, Quelle der Unruhen von 1732, Einleitungdes oben S. 19S, Anm. 2, eil. Manuskripts.
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