Buch 
Die Bäder und klimatischen Kurorte der Schweiz / von Th. Gsell-Fels
Entstehung
Seite
160
JPEG-Download
 

160

leichte Brise von drei Thälern erfrischtwird und doch durch die Berge gegendie Nord- und Westwinde geschützt ist,sowie weder von kalter Feuchtigkeit nochvon heftigen Winden und Temperatur-wechseln heimgesucht wird.

Morgins wird selbst zur Hebung leich-terer chronischer Lungenleiden empfohlen,namentlich befinden sich zur Phtisisjorädisponirte mit häufigen Bron-chialkatarrhen hier sehr gut, auch wennsie das Wasser nicht gebrauchen. In vor-

gerücktem Stadien oder bei Herzleidenpasst das Bad nicht.

Da das Bad im Mittelpunkt der dreiThäler, Thai, Morgins und Abondance liegt,und mitten in achter Alpennatur, so sind dieSpaziergänge und Exkursionen sehr genuss-reich (Champery , les Cornettes, Bellevue, leBec du Corb^au, le Göant, le Lac Tert u. a.In dem (südw.) nahen Champery (Hotel de laDent du Midi , komfortables grosses Aktien-hotel ; Hotel de la Croix federale, sehr gut),1033 M., wohin von Monthey ein Postwagen(im Sommer) in 3 St. fährt, werden, als aneinem Knotenpunkt köstlicher Exkursionen,j gegenwärtig auch Luftkuren gemacht.

Die Kurorte in der Umgebung des Genfersees bis zumNeuenburgersee .

Kanton Waadt (Pays de Vaud), Kanton Genf (ßen&ye), Kanton Neuenburg (Neuchätel), Kanton Freiburg (Fribourg ).

Bei S. Maurice, der Pforte von Wal-lis (siehe oben), wo die gewaltigen Berg-massen der linksufrigen Dent du Midiund der rechtsufrigen Dent de Mordes sodicht an den Fluss treten, dass das Stadt-thor früher den Eintritt ins Wallis nächt-lich schloss, strömt die Rhone durch dasbefestigte Gebirgsthor in das freie Landhinaus, und zieht in leichtgeschwungenenKurven durch ihr Schwemmland demGenfersee, Lac Leman (schon zu CasarsZeit Lacus Lemannus genannt), dem gröss-ten (90 Kilom. lang, 15 Kilom. in gröss-ter Breite, mit 578 Quadratkilom. Flä-cheninhalt) See der Schweiz zu. Bis zurGrenzlinie zwischen den Gebieten von Bex und Ollon liegt das rechtseitige Ufer sohoch über der Rhone und in so günstigenklimatischen Verhältnissen, dass es derKultur und Gesundheit bei Bex eine vor-zügliche Stätte bietet. Nordwestwärts vonOllon aber beginnt eine ehedem völligversumpfte, dengrand marais bildende,und noch jetzt trotz des Stockalperkanalsund anderer hydrotechnischer Arbeitennicht entsumpfte Gegend (deren Um-wandlung eine gründliche Tieferlegung

der Rhone nebst einer Reihe von Abzugs-und Ausfüllungskanälen erheischen würde).Die Ebene, welche die Rhone beim Ein-tritt ins Waadtland bis zum Genfersee durchströmt, ist noch 6 Stunden lang;das Gefall des Flusses 60 Met. Kalkfel-sen , Weinberge, Kastanienwälder, Berg-dörfer auf mittlern Höhen in Baumgärteu,weiter hinan Waldungen, Weiden u. Senn-hütten schmücken das rechtseitige Waadt-ländergebiet, grossartige Gebirge mit rei-chem Baumwuchs an den untern Bö-schungen begleiten die linksufrige Wal-liserseite. Von Nordosten öffnen sich vomalpinen Gebiet her das Val d'Ormondsund seine Seitenzweige, nordwärts vondem zwischen den Berner und Freiburger Thalstufen gelagerten Pays denhaut, demAlpengelände von Chateau dOex , gefolgt;beide von guten Fahrstrassen durchzogen,dort (1876 vollendet) über den Col de Pillonnach Gsteig im Kanton Bern , hier von Söpeynach Chäteau dOex, das noch zum Kan-ton Waadt gehört, doch ganz nahe an derFreiburger Grenze liegt. Ueber diesesGebiet zieht sich eine ganze Reihe vonsommerlichen Luftkurorten hin. Als