Band 
Dritter Theil.
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die Zünfte, sondern nur von denjenigen fünfzehn Glie-dern derselben, die ebenfalls dem kleinen oder großenRathe angehörten, gewählt. Es war dieselbe Richtungauf Oligarchie hin, wie in den übrigen Städten, der-selbe Geist der Intrigue; dieselben Gebrechen im Gerichts-wesen herrschten. Um die Mitte des Jahrhunderts don-nerte der Antistes Breitinger ganz in Zwinglis Weisegegen diese Verdorbenheit. Die Politik des Fleisches —sprach er — will den Ruhm unsers Volkes nur in ämßerm Glänze sehen, andre halten dafür, in Bündnissen mitmächtigen Monarchen liege unsre Stärke; Gott aber lehrtuns, daß der Schild eines Volkes Gerechtigkeit sei; erselbst offenbart sich in einer weisen und billigen Regie-rung, und wie ein regelmäßiger Pulsschlag ein Zeichender Gesundheit des Körpers ist, so beweisen gute Gesetze,gewissenhaft gehandhabt, diejenige des Staats." Gegendas Ende des Jahrhunderts hatte die Stimme der Kirchedie Macht verloren, welche die Herzen unterwirft. Dogmaund Moral trennten sich, Philosophie und Religion gin-gen ihre eigenen Wege. Die Orthodoxie hatte ängstlichsich der weltlichen Macht angeschlossen. Man sagte vonLavater , dessen Theologie sich dem Mystizismus zuneigte,er schreibe nur zitternd, in steter Besorgnis, sein Schwie-gervater I. I. Hottinger, Verfasser der bekannten Kir-chengerichte, blicke über seine Schultern weg auf dasPapier ^'). Scheuchzer knüpfte an die BibelerklärungAufschlüsse über die neuen Entdeckungen im Gebiete derNaturwissenschaften an, ohne indessen es zu wagen, sichüberall frei auszusprechen. Nur nach lebhaftem Wider-

241) Schw. Jahrbücher. — Zimmermanns Selbstbiographie: „I I.Hottinger erläßt kaltblütig seine Orakelsprüche. . . Er empfiehltPas Lesen von Bayle, indem es die Schwäche der menschlichenVernunft beweise. "