Band 
Dritter Theil.
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Uneigennützigkeit und Gerechtigkeit. Die Bürger ver-pflichteten sich eidlich, was übrigens nicht von allen ge-halten ward, weder Geschenke anzunehmen, noch vonFremden sich an Mahlzeiten laden zu lassen^). Endlichwurde der große Saal im Schlosse geöffnet ^); derScepter auf ein Sammtkissen niedergelegt. Die vierRäthe, Stellvertreter der Adelsklasse, die vier Kastellaneund die vier Ministralen, nahmen ihre Plätze ein. Dreiund einen halben Monat hindurch suchten vor denselben

93) Dangeau spricht mit Lächeln von solch bewundernswerthem He-roismus: „Meine Herren von Neuchatel haben ihren Eid er-neuert, von den Bewerbern kein Geld anzunehmen, sie habenselbst das Gelübde geleistet, sich von denselben nicht zur Tafelladen zu lassen.'' 8. Juli 1707. — Nur Stanyan gab für seinestets offene Tafel 900 Louisd'or aus. Der Hof vergütete ihmdiese Ausgabe niemals.

94) 28. Juli. Der Saal im Schlosse war zur Aufnahme einer zahl-reichen Zuhörerschaft eingerichtet worden. Die Herrn Marvalvom ersten, Hory vom zweiten, Bülvz vorn dritten Stande,Jonas Chambrier, Generalprokurator, und mit ihnen der ganzejunge -Adel der Stadt erschienen in glänzendem Aufzuge denBevollmächtigten des Königs von Preußen abzuholen. Diesenbegleiteten Stanyan, Nunkel, der Prinz von Merseburg undebenfalls zahlreicher Adel. — Den Lehnftuhl nahm Molondin,Gouverneur zur Zeit der Madame von Nemours , ein; Repräsen-tanten des Adels waren Guy Sandvz, Chevalier und Marval;der Geistlichkeit der Maire und der Kanzler Chambrier, Horyund der Lieutenant von Landeron; des dritten Standes Büloz,Petitpierre, der Major Chambrier und de Pierre. Zwischendem preußischen Minister und Conti hatte sich ein Streit wegendes Bortritts erhoben, die Stände aber davon Gelegenheit ge-nommen, beiden Prätendenten zu untersagen, sich in Person vorihrem Tribunal einzufinden. Conti zog sich unter Protestationzurück. Den 29. verließ Molondin «aus guten Gründen'' denLehnstuhl, legte den Scepter nieder und überließ den Borsitz anNiklaus Tribolet. Der Spruch wurde durch den Sekretair Hü-genin gelesen.