Band 
Dritter Theil.
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die Parteien ihre Ansprüche zu begründen. Den 3. Nov.aber 1707 erfolgte ihr Spruch; der Präsident Tribolet legteden Scepter in die Hände des Bevollmächtigten des Kö-nigs von Preußen. Die Stände hatten das schönste Rechteines Volkes, das nicht souverain ist, ausgeübt. Siehatten sich selbst einen Beherrscher gegeben und zugleichder Gewalt desselben solche Schranken gesetzt, daß sienie in Willkür ausarten konnte. Der Ruf: ES lebe derKönig! hallte durch den Saal wieder und fand überallAnklang im Volke. Man strömte zur Kirche. Ein TeDeum ward gesungen und der ehrwürdige Osterwald em-pfahl den kleinen Staat der göttlichen Vorsehung, um derenSchutz er auch für das königlich preußische Haus, dieneue Landesregentin, flehte

Tief aber fühlte Ludwig XIV. sich bei der Nachrichtgekränkt, daß ein Fürst, gegen den er sich in offenemKriege befand, diesen Sieg über ihn davon getragen undin Folge dessen unmittelbar an den Thoren Frankreichs sich niedergelassen habe. Aller Handelsverkehr ward ab-gebrochen und französische Truppen erhielten den Befehlzum Anmärsche gegen Neuenburg ^). Allein Neuchatel ,

95) Nur von Landeron war eine Protestation eingekommen: „Niesei es ein Lehen des Hauses Chalons gewesen." Nach einigemWiderstände, wozu es von Solothurn war ermuthigt worden,fügte es sich indeß. — Die Zahl der Staatsräthe wurde aufsechsund zwanzig festgesetzt. Die Stadt Neuenburg erhielt 8000t)Franken. Die Ltmmbrs ooeollowiizus wurde vermittelst der-selben geschaffen, welche dann die Pfründen der Geistlichen ver-besserte. Noch andere Geschenke folgten in bedeutender Zahl;mehrere gefiüchtete Franzosen erhielten das Bürgerrecht. Rachewurde gegen niemand verübt.

98) Puisteulr bat den König, den Befehl zum Truppenmarsch zu er-theilen und durch das Parlament der Bourgogne die Einverlei-bung Neuenburgs mit der Freigrafschast als eines dahin gehöri-gen Lehens dekretiren zu lassen. Schon waren 1100 Pferde zu