Band 
Dritter Theil.
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konnte, wollte die Eidgenossen nicht ihre Waffen gegeneinander kehren lassen, wahrend er so dringend ihrer Hülfebedurfte. Püntiner und Fleckenstein, die nach Solothurn geschickt worden waren, kehrten von da mit dem Geständ-nisse zurück, daß man auf Frankreich nicht rechnen dürfe.Dü Lüc hatte sie zugleich angelegentlich gewarnt, dem Nuntiusund Trautmannsdorf nicht zu trauen, und um sie destoeher von engerer Verbindung mit Oestreich abzuhalten,ihnen Hoffnung zu einer neuen Vermittlung gemacht^).

Unter diesen Umstanden traf ein neuer AbgeordneterRoms in Luzern ein ^°), Carracioli, Erzbischof von Ephe-sus, aus dem fürstlichen Hause Melfi . Zm Bewußtseinseiner vornehmen Abkunft kostete es ihn Anstrengung, seineVerachtung eines Volkes von Bürgern und Bauern nichtdurchblicken zu lassen^'). Er ließ sieben Wochen hingehen,ehe er sein Beglaubigungsschreiben abgab ^). Ein Mönchvon Wettingen ^), Beichtvater im Kloster Gnadenthal unddie Schwester Euphemia waren wegen Betruges mit fal-schen Wundern gefangen gesetzt worden, er ließ sie entfüh-ren, und um der weltlichen Gerichtsbarkeit sie zu entzie-hen, über die Alpen bringen; die gnädigen Herren vonLuzern schwemmten den Zorn darüber an seiner Tafelhinunter. Seit man gelernt hatte, politische Fragen inreligiöse umzuwandeln, mußten die Regierungen häufigdem Willen der Kirche sich fügen. Die Kapuziner, gro-ßentheils aus den kleinen Kantonen abstammend, predigten

89) Dü Lüc. — Bortrag seines Setretairs Lamartiniere in Bern . —Berichterstattung Püntiners, 7. März 1711.

80) 3. Juni. Carracioli war Inquisitor auf Malta gewesen.

91) »In xraäo äi senalors non sara ^ranä äignitä; mentrsrenlrano j inaoellari." Helvetia: Die Nuntiatur in der Schweiz .— Meier von Schauensee, 35.

92) Ohne unterdessen Verzicht zu leisten auf Amtsverrichtungen.

93) Marianus Bücher,x. Bd.

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