Band 
Dritter Theil.
Seite
515
JPEG-Download
 

515

chen darin sehen; das Volk aber in seiner Gesammtheitnahm nicht eben besondere Rücksicht darauf.

Wie in den Alpen, so trug auch in Zürich und Bern die Kriegspartei den Sieg davon; die Städte indessenwaren ihrer Stärke sicher. Zhre Scheunen waren ge-füllt, die Zeughäuser reich ausgerüstet, Geld im Ueber-flusse vorhanden; die Miliz eingeübt und gehorsam, überden Berathungen der Behörden waltete das erforderlicheGeheimniß. Der größere Theil der männlichen Bevölke-rung Berns hatte die auswärtige Kriegsschule mitgemacht,die Waadtländer vorzüglich, seit ihnen durch Errichtungvon Freikompagnien die Laufbahn der Ehre eröffnet war,sich durch Gewandtheit und Tapferkeit ausgezeichnet*").Tüchtige Soldaten, ausgezeichnete Offiziere hatten sich un-ter einem Villars, unter Eugen und Marlborough ge-bildet. Beide Städte, innig verbunden mit Preußen, Hol-land und England, fürchteten bei der Schwäche LudwigsXIV. nichts von außen her und waren voll Selbstver-trauens^). So eben hatten sie den Beweis davon ge-leistet. Das Münsterthal stand dem Bischof von Baselgegenüber in demselben Verhältniß, wie Tockenburg demAbte von St. Gallen . Der Bischof suchte jede Gelegen-heit zu benutzen, in diesem Thal die katholischen Altärewieder aufzurichten; Bern, Solothurn, Rom, Frankreich ,das deutsche Reich hatten mit diesen Händeln schon zu

97) Du Luc im schweizerischen Museum IV. 510. — „Die Truppenziehen durch. Sie verrathen eben keine besondere Begierde sichfür andere zu schlagen. Indessen sehen sie gut aus. Gesternsahen wir eine Kompagnie waadtländischer Dragoner von vor-trefflicher Haltung. Die ganze Kavallerie hat Uniformen undnimmt sich gut aus. Es scheinen alles gediente Leute zu sein."Dü Lüc an Bereit!, 27. Apr. 1712.

98) „Ihr seht ja, wie Zürich und Bern überall die Herren spielen."Luzern an die katholischen Orte.