538
berg mit sechshundert im Angesichts der Berner unsMaiengrün. Die Walliser nebst einigen hundert Luzer-nern und Unterwaldnern lagen in Muri . Beide Städtehatten beschlossen, sie aus diesen Posten zu vertreibenund durch Wegnahme von Baden, Melingen und Brem-garten sich eine bessere Vereinigung zu sichern. Nurdarauf beschränkte sich ihr Plan. Einen weiterführendenBruderkrieg wollten sie nicht. Die bernerische Armeewar nach Abzug der Besatzungen, die sie in den Aargaui-schen Städten gelassen hatte'^), noch acht bis neuntau-send Mann stark, die zum erstenmal gleich gekleidet wa-ren Alle trugen breitkrämpige Hüte, Ueberröcke voneisengrauem Tuch mit schwarzem Kragen und rothen Auf-schlagen, auch die Strümpfe roth. Piken sah man nurnoch in den Händen der Offiziere'^), dwg Bajonnet waran deren Stelle getreten. Bern hatte, um den aufge-botenen Soldaten die Last zu erleichtern, alle vierzigtau-send Mann, die es unter Waffen hielt, in Staatssoldgenommen. Alles, mit Ausnahme der Fahnen, war neu.Jede Abtheilung führte für dieses Mal noch das Panier,an welches sich die Erinnerung alten Ruhmes oder na-tionaler Abstammung knüpfte. Dasjenige von Frutigen ,nach altem Schnitt lang und schmal mit dem gekröntenschwarzen Adler in weißem Felde, ward durch einen acht-undsiebenzigjährigen Greisen getragen, der siebenundfünf-zig Zahre früher schon der ersten Vielmergerschlacht anderselben Stelle beigewohnt hatte, die bald wieder mitBlut getränkt werden sollte. Die Fahne von Weißenburg zierte das Wappen der Landschaft und ihrer alten Frei-
163) I» Brngg, Aarau , Lenzbnrg. I» Zosingen befand sich eine Com-pagnie Freiwilliger, aus französischen Flüchtlingen bestehend, unterCommandu des Hanptmanns Zehender.
164) Seit 1707. KrirgSmannal. — von Rodt.
165) In Espvntonö umgewandelt.