Band 
Dritter Theil.
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ding ihnen klar zu machen, daß man, gerade um dasBlutvergießen zu verhüten, Luzern zum Frieden nöthi-gen müsse. Mit einer Mehrheit von zwölf Stimmenwurde beschlossen, aus Rücksichten für den französischen Botschafter, die Feindseligkeiten einstweilen noch nicht wie-der aufzunehmen 222). Doch ward Befehl ertheilt, dasHauptquartier nach Muri zu verlegen, die Vorpostenaber bis nach Sins , zwei Stunden von Zug und fünfvon Luzern , vorzuschieben.

Die Kunde von diesen Maaßnahmen vermochte Lu-zern vollends zum Frieden Hand zu bieten. Die Rätheversammelten die Bürgerschaft in der St. Peters-Ka-pelle und luden sie in Hoffnung auf bessere Zeiten zumNachgeben ein 2^°). Nur einige Stimmen aus der Volks-masse erhoben sich gegen diese Einladung. Umsonst ver-langten zwei Tage später Abgeordnete von Zug, Schwyz und Unterwalden zur Bürgerschaft sprechen zu dürfen.Der Statthalter Ackermann von Nidwalden, ein kühnerund stürmischer, doch großherziger Charakter, versuchtenichts desto minder die Luzernischen Beschlüsse über denHaufen zu stürzen^'). Er schlich sich heimlich in dieStadt, untersuchte alle Gelegenheiten und verlangte dann

229) „Unsre Gemäßigten (Torvs, wie Sacconay in seiner Korres-pondenz mit London dieselben nannte) gewinnen die Oberhand."

230) „Da es unmöglich sei, den Krieg fortzuführen." 10. Juni. „DieFleischer lobten am heftigsten gegen die Regierung und horchtenam gelehrigsten der Stimme des Nuntius, der auf die Religion,als in ihren letzten Zügen liegend, hinwies."

23t) „Ackermann bildet sich ein, er wolle, wie die Helden des Ariost,fünfzig Blaun auf einmal an seine Lanze spießen." Beretti anDü Lüc, 13. Juli. Drei Jahre früher hatte er als Landvogtim Thurgau nicht gemeine Bewegung veranlaßt, indem er dieZürcherische Stadt Stein, weil sie ihre Milizen auf Thurgauer -Boden gemustert hatte, zu tausend Dukaten Strafe vernrtbeilte.