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1 (1716) Helvetiae stoicheiographia, orographia et oreographia, oder, Beschreibung der Elementen, Grenzen und Bergen des Schweitzerlands / [Johann Jacob Scheuchzer]
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Hekten hergegen unſere Schweitzeriſche Lande einen geringerenGrad der Warme/ als ſie haben welches zwahr keiner von jenen Mo-mis wunſchete/ ſo wurden jene Schneegebirge und Gletſcher ihre Gran-zen weiters ausbreiten und um ſo weniger nicht nur des Winters/ndern auch im Sommer ſchmilzen hiemnit auch die Flüſſe/ Bache/ undBrunnen abnehmen die See und Flüſſe weit in den Sommer hinausvon Eis ſtarꝛen/ die Loͤchlein der Erden blieben verſchloſſen/ die Duͤnſteund Dampfe/ ſo zur zeugung der Wolken dienen/ wurden hinterhal-ten/ und innert denen Eingeweiden der Erden Erdbidem/ und anderegergleichen Handel erwecken: die Gewwachſe/ inſonderheit die Berg-Pflanzen/ koͤnten nicht gereichen zu ihrer Zeitigung/ die Menſchenund Thier müßten alſo ihrer Nahrung entraubet werden.

XXXIX.

Dieſes alles ſol uns billich veranlaſen zu dem Lob des groſſen/ all-gewaltigen und guͤtigſten Schöpfers/ der alles in gewiſſer Maß/ Zahl/und Gewicht ſo ordentlich ausgetheilet hat das guch der ungereſmte-ſte Tadelgern nichts centiren kan; des GOT, der unſere ſonſtvon Natur hohe/ dunne und kalte Luft hinderhaltet/ daß ſie unſerenLanden deſto weniger ſchaden kan. Sehet aber/ wie? Wann unſerSchweitzerland in der Hoͤhe/ und entlegenheit von dem Kquator, nichtbergicht were/ ſo wurden die Winde/ ins beſonder die Nordwinde/aller Ohrten einen freyen Zugang haben, und alle unſere Gewaͤchſe ver-derben: Bey gegenwertiger Beſchaffenheit aber muͤſſen ſelbs unſererauhe! hohe mit Eis und Schnee bedekte Gebirge unſere Barriere oberVormaur ſein/ und die Thaler/ welche ſonſt nicht Warme genug het-ken/ von vielfaltig zurukprellenden Stralen alſo erwarmt werden/ dasalles kan leben wachſen und truͤhen: Ja auch muß der Schnee/ unddas Eis über diß uns dienen an ſigtt einer warmen Decke/ die innereWarme der Erden behalten/ daß ſie nicht verfliege/ ſondern zum Dienſtder Pflanzen/ Thieren/ und Menſchen angewendet werde. Daher ſichnicht zuverwunderen/ wann wir nachſt an denen Eis⸗und Schneebergenim Heu⸗und Augſtmonat leſen können die ſchmackhafteſten Erdbeeren/und ſehen die blumenreicheſten/ viehvollen Alpen. In betrachtung deſ-ſen haben wir Schweitzer nicht geringere Urſach den Schoͤpfer zuloben/und deſſen wunder außzukünden/ als jene Nordiſchen Eislaͤnder/ de-gen der feuerſpeyende kecla dienen muß an ſtatt eines Ofens/ und da-ſige ganze Inſul gleich ſam einheitzen. i

XL. Es