I. Physiographisehe Geologie.
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eine Erniedrigung seiner ursprünglichen Temperatur bewirken.*) Derartigausgeführte Beobachtungen haben zu dem bestimmten Resultate geführt,daß unterhalb der Grenze der Beeinflussung von seilen der Sonnenwarmenach der Tiefe zu eine stete Zunahme der Temperatur stattfindet, und nir-gends hat man Tiefen erreicht, in denen die Wärme des Erdkörpers nichtzugenommen oder gar abgenommen hätte. Die Anzahl von Metern oderFußen, welche man in die Tiefe gehen muß, um eine Erhöhung der Tem-peratur um 1°C. wahrnehmen zu können, nennt man die geothermischeTiefenstufo. Bei Gelegenheit der Anlage zahlreicher Bohrlöcher vorge-nommene Beobachtungen ergeben, daß z. B. in dem Bohrloche von Rüders dorf alle 31 m, in dem von Grenelle alle 32,6 in und in dem von Neusalzwerkalle 31,25 m, in dem von Pregny bei Genf alle 29,71 m, in dem von Mondorfalle 29,6 m eine Tcmperaturzunahme von je l°C. stattfand, daß mit anderenWorten die geothermische Tiefenstufe in diesen Bohrlöchern etwa 31m be-trug. Aus Beobachtungen, welche Dunk er in dem Bohrloche vonSpe-renberg anstellte, ergaben sich folgende Temperaturen: ,
Tiefe in
rheinländ. Fußen
Beobachtete Tem-peratur (Keaumur)
700
17,275°
900
18,780
1100
21 ,147
1300
21,510
1500
23,277
1700
24,741
1900
26,504
2100
28,668
3390 (= 1064 m)
37,238 (=46,35"C.)
Die Berechnung dieser Temperaturbeobachtungen ergiebt, daß dieWärme im Sperenberger Bohrloche mit der Tiefe stetig zuninunl, und zwarum 0,76°R. auf je 10ÖF. oder um 1°C. auf je 33,7m.**)
Bestätigt werden diese Resultate durch Temperalurbeobachtungen inBergwerken, in deren einigen man bis zu 1000m Tiefe hinabgedrungenist. Hier ist die zweckmäßigste Methode diejenige, bei welcher man unmit-telbar die Temperatur des Gesteines innerhalb frisch geschlagener, mehrere
*) E. l)unkor. Über <1 io Benutzung tiefer Bohrlöcher zur Ermittelung der Tem-peratur dos Erdkörpers und die deshalb in dem Bohrloche 1 zu Sporenberg auf Steinsalzangestellten Beobachtungen. Zeitsehr. f. d. ges. Nat. 187a. Neue Folge. Bd VI. pg. 319.
Derselbe. Über die möglichst fehlerfreie Ermittelung der Wärme des Inneren derErde und das Gesetz ihrer Zunahme mit der Tiefe. Neues Jalirb. f. Min., Geol. u. Pal.1877. S. 590 und ebendort 1870. S. 116.
**) F. Henrich. Über die Temperaturen im Bohrloche zu Sperenberg und die dar-aus gezogenen Schlüsse. Neues Jalirb. f. Min., Geol. u. Pal. 1876. S. 716. Vergl. auchllann. Zeitsehr. d. öst. Ges. f. Mot. 1878. XIII. S. 21; ferner Zöppritz. Geogr. Jabrb.Gotha 1880. VIII. S. 26.