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I. Physiographische Geologie.
seine Masse gleichförmig auf seiner Grundfläche ausgebreitet wäre. Für dieeuropäischen Länder hat Leipoldt*) folgende mittlere Höhen berechnet:
Staaten
MittlereHöhe in m
Staaten
MittlereHöhe in in
1299,91
213,66
2. Iberische Halbinsel
700,60
11. Rußland
167,09
3. Ralkan-ltalbinsel
579,50
12. lielgien
163,36
4. Österreich
517,87
35,20
517,17
428,10
393,84
d. unter dem Meeres-
282,28
217,70
nivcau geleg. Teile
9,61
und endlich für ganz Europa 296,838 in. Humboldt hat**) die mittlereHöhe Asiens auf 351, Nordamerikas auf 228, Südamerikas auf 345, Europas auf 133 m (also beinahe halb zu niedrig) und somit die Durchschnittshöheder Kontinente auf wenig über 300 m geschätzt, eine Zahl, welche jedochhöchstens als ein Minimalwert betrachtet werden darf. Nimmt man mit0. Krümmel an, daß wie Europa , so auch die übrigen Erdteile um55 Prozent höher sind, als sie Humboldt berechnete, so würde sich diemittlere Höhe des Festlandes auf etwa 440 m belaufen. Wollte man dieseüber dem Wasserspiegel befindliche Erdmasse in die Ozeane stürzen, sowürde dieselbe, da das vom Meere eingenommene Areal fast dreimal sogroß ist, wie die Oberfläche des Landes, das Meeresbecken '/ 3 von 440, alsogegen 130 m hoch ausfüllen. Nimmt man die durchschnittliche Tiefe desOzeanes zu 3500 m an, so würde 23mal so viel Erdmasse nötig sein, alssich oberhalb des Meeresspiegels befindet, um das Becken der Ozeane aus-zugleichen.
§ I o. Gewisse Gesetzmäfsigkeiten iit den Reliefformen des Landes.Ebenso wie in den Horizontalkonturen des Festlandes, so herrscht auchin den Reliefformen der Kontinente eine gewdsse Gesetzmäßigkeit, welchesich darin kund giebt, daß die Ränder des Festlandes zu Küstengebirgenemporsteigen, deren Höhe in einem bestimmten Verhältnisse zur Größe desangrenzenden Ozeanes steht. Infolge dieser Erscheinung ist einerseits dieLage und das Streichen der Gebirge durch die Uferrichtung der Festlande,denen sie angehören, sowie ihre Höhe durch die Ausdehnung des benach-barten Meeres bestimmt, andererseits die Notwendigkeit der flacheren, imallgemeinen bassinförmigen Gestaltung des Inneren der Kontinente gegeben.
Am deutlichsten treten die Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Ver-lauf und Höhe der Gebirge einerseits und Kontinenlalgestaltung und