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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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45
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II. Petrographische Geologie.

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Nichtaufbrausen mit Säuren. Weiß, hellgrau, liellrötlieh, hellblau sindseine gewöhnlichen Farben. Er ist selten und dann nur undeutlich ge-schichtet. Vereinzelt tritt er in dünnen, parallelen Lagen (Schnüren) zwi-schen anderen Gesteinen, so im Steinsalze von Staßfurt auf.

Sein geologisches Vorkommen fällt mit dem des Gvpses zusammen.Durch Aufnahme von Wasser geht der Anhydrit leicht in Gvps über, undes sind daher die von ihm gebildeten Gebirgsmassen gewöhnlich von einermächtigen Gypskruste bedeckt. Aus dem auf den letzten Seiten gesagtengeht hervor, daß Gvps, Anhydrit und Steinsalz sehr gewöhnliche Begleitersind. Einige der wichtigsten der deutschen Fundorte des Anhydrites sind:Osterode am Harze, Staßfurt bei Magdeburg , Lüneburg , Sulz am Neckar ,Hall in Tyrol.

5. Kalkstein.

Der Kalkstein ist wesentlich ein Aggregat von Kalkspath-Individuen,seinem Normalbestande nach wesentlich Calciumcarbonat. Seine reinenVarietäten lösen sich unter lebhaftem Aufbrausen in Säuren vollständig.Sehr häulig wird ein Teil der Kalkerde durch Magnesia, Eisenoxydul oderManganoxydul vertreten, und ebenso gewöhnlich erscheint die Kalkmasseverunreinigt durch Kieselsäure, Thon, Graphit und bituminöse Substanzen.Die Farbe des reinen Kalksteines ist weiß, infolge seiner Beimengungennimmt er jedoch graue, gelbliche, bräunliche und schwärzliche Färbungenan oder ist farbig gefleckt, geflammt, ge-streift oder marmoriert. Nach seinen Struk-turverhällnissen unterscheidet man fol-gende Varietäten:

a) körniger Kalkstein, Marmor,ein grobkörniges bis zuckerig-feinkörnigesAggregat von polysynthetisch verzwilling-ten Kalkspathindividuen, welche nach allenRichtungen durcheinander verwachsensind (Fig. 1(1). Gewöhnlich ist der körnigeKalk weiß und an den Kanten durchschei-nend oder hellgrau, hellgelb oder hellröl-lich, einfarbig oder marmoriert. SeinReichtum an zufälligen Gemengteilen istgroß, unter diesen sind Glimmer, Grammatit, Granat, Spinell, Korund, Ser-pentin, Quarz, Apatit, Flußspath, Magneteisen, Schwefelkies, Graphit her-vorzuheben. Namentlich kann der Glimmer in solcher Menge auftreten, daßder Kalkstein ein schieferiges Gefüge annimmt und dann Kalkglimmer-s c h i e fe r genannt w ird.

Schichtung ist am kristallinischen Kalke bisweilen sehr deutlich zubeobachten, häutig aber gar nicht vorhanden. Die Mehrzahl seiner Vorkom-

16. Körniger Kalkstein aus polysyn-thetiscli vemvillingten Kalkspatlikörnernzusammengesetzt. Naeli v. Inostranzcff.