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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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II. Pctrographische Geologie. men

gehören den ältesten Formationen der Erdkruste , namentlich denender Ur-Gneiße und kristallinischen Schiefer an, zwischen welchen derselberegelmäßige Lager oder unregelmäßige Stöcke bildet, so z. 15. bei Sala inSchweden , bei Auerbach au der Bergstraße, bei llrossendorf in Mähren , beiWansiedel im Fichtelgebirge , bei Burkhardswaide und Crottendorf im Erz­ gebirge , bei Ilermsdorf im Uiesengebirge, im Alleghany-Gebirge, in Canada und am Süd-Ufer des Lake Superior . Die Marmorlager von Carara und an-derer südeuropäischer Localitäten sind bei weitem jüngeren, nämlich juras-sischen Alters.

Eine grobkörnige, spätliige Varietät des kristallinischen Kalksteines istder Kalksinter, welcher namentlich in der Form der Stalaktiten in denHöhlungen der Kalksteingebirge gefunden wird.

b) dichten oder gerne inen Kalkstein; er besitzt eine äußerst fein-körnige krystallinische Struktur, welche oft erst mit Ililfe des Mikroskopesals solche zu erkennen ist, und einen (lach muscheligen bis splitlerigenBruch. Er ist meist einfarbig, gelblich, bräunlich oder grau, selten gedecktund sehr gewöhnlich reich an Tierresten, dahingegen arm an zufälligenmineralischen Gemeugleilen, unter welchen namentlich Bleiglanz, Schwe-felkies, Zinkblende und deren Zersetzungsprodukle Wichtigkeit besitzen.Der gemeine Kalkstein zeichnet sich vor dem körnigen durch Deutlichkeitund Schärfe seiner Schichtung aus und spielt eine höchst wichtige Holle alsGlied fast sämtlicher geschichteten Gebirgsformationen. Die dichten Kalk-steine sind häufig durch Beimengungen verunreinigt. Nach der Art dersel-ben unterscheidet man:

a) thonigen Kalkstein, (i) kieseligen Kalkstein, dolomi-tischen Kalkstein, 3) bituminösen Kalkstein (Stinkkalk, weilbeim Zerschlagenwerden einen stinkenden Geruch von sich gebend). Außer-dem bezeichnet man die dichten Kalksteine je nach ihrer Stellung in derFormationsreihe als Kohlenkalk, Zechsteinkalk, Jurakalk, nach ihrer Ver-steinerungsführung als Stringoceplialenkalk, Orthocerenkalk, Crinoidenkalk,Korallenkalk, Nunnnulitenkalk, und endlich nach ausgezeichneten Aufschluß-punkten und Vorkommnissen z. B. als Eifeier Kalk, Opatowitzer Kalk, llall-städter Kalk, Trenton -Kalk.

e) oolithisolien Kalkstein; rundliche hirsen- bis erbsengroßeKalkkörner von konzentrisch-schaliger, oft auch radial-faseriger Zusammen-setzung sind durch eine dichte oder erdige Kalksteinmasse zusammengekiltet.In ihrem Mittelpunkte umschließen die einzelnen Oolithkörner nicht selteneinen fremdartigen Körper, ein Sandkörnchen oder ein Muschetfragment,welches den ersten Anstoß zur Bildung des Kornes gegeben hat. Zum Teilwaltet die Kalksteingrundmasse auf Kosten der Oolithkörner vor, zum Teiljedoch tritt dieselbe ganz zurück, so daß sich die Körner gegenseitig be-rühren; mau nennt ein derartiges Gestein, namentlich wenn die Konkretio-