II. Pet-rographische Geologie.
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nen aus Aragonit (rhombischem kohlensaurem Kalke) bestehen und Erbsen-große erreichen, Erbsenstein oder Pisolith (z. B. von Karlsbad ), solcheOolithe aber, deren radialfaserige Kalkkörner durch ein Ihonig-mergeligesBindemittel verbunden sind, Rogenstein (z. B. bei Braunschweig , beiWolfenbüttel , bei Bernburg , bei Eisleben ). Der gewöhnliche Oolilh aushirsekorngroßen Kügelchen setzt an der .Westseite des Schwarzwaldes,ferner bei Hildesheim und Hannover , mächtige Schichtenreihen zusammen;der Riesenoolith ist in den Alpen weit verbreitet.
d) porösen Kalkstein, Kalk tu ff, Travertin; feinerdige bis fastdichte oder auch poröse, blasige, schwammige, konzentriseh-schalige Kalk-steinmasse von gelblicher Farbe. Sie tritt in den meisten Fällen als Inkru-station von bunt zusammengehäuflen Pflanzenstengeln, Blättern, Moosen aufund umfaßt zahlreiche Reste von Muscheln, Schnecken und anderen Tier-arten (z. B. Knochen von Elephas primigenius). Als einige der llauplvor-kommen mögen die von Tivoli unfern Rom, Baden bei Wien , Weimar undTonna in Thüringen , Cannstatt in Württemberg genannt werden.
e) erdigen Kalkstein, Kreide; ein weicher milder Kalkstein mitfeinerdigem, mattem Bruche, im reinsten Zustande schneeweiß, weich undschreibend, bei eintretendem Gehalte von Thon oder Flisenoxv d grau, gelb-lich und härter werdend. Seine kleinsten Teilchen bestehen ihrer Mehr-zahl nach nicht aus krystallinischen Individuen, sondern aus mikroskopi-schen Scheibchen und Kügelchen von amorphem kohlensaurem Kalke(Coccolitlien?), sowie aus Foraminiferen-Schalen. Sehr häufig enthält dieKreide neben zahlreichen Tierresten Feuersteinknollen als accessorischeBestandmassen, sowie grüne Glaukonitkörner als zufällige Gemengteile(glaukonilische Kreide). Die Kreide bildet, wo sie auftritt, schroffe Fels-partien, so namentlich bei Dover und Calais , sowie auf Rügen .
<). Dolomit.
Der normale Dolomit ist ein Aggregat von Individuen des MineralesDolomitspath, also Magnesium-Caleium-Carbonat mit 54,35 Teilen kohlen-sauren Kalkes und 45,65 Teilen kohlensaurer Magnesia. Dieses Mischungs-verhältnis ist jedoch nicht konstant, nicht einmal gewöhnlich, vielmehr re-präsentiert der Dolomit in den meisten Fällen Verbindungen von Calcium-carbonat und Magnesiumcarbonat in ganz unbestimmten Proportionen. Zudiesen beiden Karbonaten tritt sehr oft noch ein drittes, nämlich das desEisens, wenn auch nur in geringen Mengen, und endlich Bitumen und Kie-selsäure, wonach man den Dolomit eisenschüssig, bituminös oder kieselignennt. Gewisse leicht zu verwechselnde Varietäten des Dolomites undKalksteines unterscheiden sich w’ie folgt: Dolomit ist härter als Kalkstein(II. durchschnittlich 4 : 15), — er besitzt ein größeres spezifisches Gew icht(2,9 : 2,7), — Dolomitstücke brausen mit kalter Säure nur sehr wenig, Kalk-