Buch 
Elemente der Geologie / Hermann Credner
Entstehung
Seite
50
JPEG-Download
 

50

II. Petrograpliische Geologie.

Clausthal , Lerbach und Lautenthal , im Fichtelgebirge in der Nähe von Hof,in Böhmen in der Gegend von Beraun, in Sachsen zwischen Freiberg undNossen mächtige Schichtenfolgen.

In die Familie der Kifeselgesteine gehören noch folgende Gesteinsartenund Mineralaggregate, welche sämtlich nur unbedeutende Ausdehnung be-sitzen und zum Teil nur als accessorische Bestandmassen in anderen Ge-steinen auftreten:

Feuerstein ist ein graues oder schwarzes Kieselgestein mit ausge-zeichnet muscheligem Bruche. Seine scherbenartigen Bruchstücke sindscharfkantig und an den Kanten durchscheinend. Er besteht aus eineminnigen Gemenge von krystalliuischer und amorpher Kieselsäure, einerZusammensetzung, welche erst im polarisierteu Lichte kenntlich wird, sichaber auch durch Kochen mit Kalilauge nachweisen läßt. Die schwarzeFärbung des Feuersteins rührt zum großen Teile von Kohlenstoff und dieservon organischen Resten her und verschwindet in diesem Falle beim Glühen.

Der Feuerstein bildet namentlich lagenweise aneinander gereihteKnollen in der weißen Schreibkreide, so bei Dover , Calais und Aachen , soauf Rügen und Wollin. Außerdem tritt er in Form von losen Geschiebenüberall im Diluvium der norddeutschen Ebene auf, entstammt aber denzum Teil zerstörten Kreidelagern an der Ostsee .

Hornstein, eine anscheinend dichte, unter dem Mikroskope jedochdurchaus kristallinische, harte, trübgefärbte, rauchgraue oder braunroteQuarzmassc von splitterigem Bruche; meist knollige Massen, unregelmäßigeEinlagerungen von geringer Ausdehnung oder wenig mächtige Schichten-folgen zusammensetzend.

Jaspis, eine hornsteinartige Quarzmasse, von streifenweise abwech-selnder roter, gelber, brauner und grüner Farbe; in größter Mächtigkeit amLake Superior in Nordamerika .

Süßwasserquarz, eine feinkörnige, meist poröse, zellige, splitte-rige Grundmasse, die sich durch ihre Einschlüsse von Süßwasser- undLandschnecken und Pflanzen als ein Quellenabsatz kundgiebt. Er bildetregellos gestaltete Massen zwischen losen Sanden, Thonen und Kalksteinenjüngsten geologischen Alters, z. B. der Umgegend von Paris .

Kieselsinter und Kieseltuff, eine bald erdige, lockere, poröse,bald kompakte Quarzmasse, welche zum Teil auffallende äußerliche Ähn-lichkeit mit Kalktuff besitzt, zum Teil wie Kalksinter in stalaktitischer Formauftritt und sich als Absatz aus heißen Quellen (so des Geysirs) bildet.

Polierschiefer, eine erdige, äußerst fein anzufühlende, abfärbende,dünnschieferige, blätterige Kieselmasse von gelblicher Farbe, welche ausmikroskopisch kleinen Kieselpanzern von Diatomeen zusammengesetzt ist(Bilin in Böhmen .

Kieselguhr iBergmehl), weiße lockere, mehlartige Kieselanhäufungen,