II. Petrograpliische Geologie.
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vorwaltend aus Kieselpanzern von Diatomeen gebildet; als Lager z. B. imUntergründe von Berlin , mancher Stellen der Lüneburger Haide-, bei Fran zensbad in Böhmen .
11. Hornbleudeschiefer.
Der Hornblendeschiefer ist ein schieferiges Aggregat von schwärz-lichen oder dunkelgrünen, faserigen oder Stengeligen Hornblendeindividuen,welchen sich meist sehr untergeordnet Granat, Pistazit und Schwefelkiesbeigesellen. Durch Aufnahme noch anderer Gemengteile geht er in dieAmphibolite über. Der Hornblendeschiefer ist deutlich geschichtetund in regelmäßiger Wechsellagerung zwischen den archäischen Gneißen,Glimmerschiefern und Phylliten von Skandinavien , des Erzgebirges, desnördlichen Böhmerwaldes, der Sudeten , Siebenbürgens , der TauernketteTvrols und zahlreicher anderer Lokalitäten eingeschaltet.
Eine besondere Varietät des Hornblendeschiefers ist der Strahl-stein- oder Aktinolithschiefer, ein dick-schieferiges Aggregat vongras- bis lauchgrünem Strahlstein in dünnstengeligen oder faserigenIndividuen. Er ist in den Alpen Savoyens, bei Klausen in Tyrol, im ZipserKomitat (Ungarn ), in Schottland , Massachusetts u. a. L. bekannt.
Der Nephrit ist ein dichter, außerordentlich feinfaseriger Aktinolith-schiefer oder Grammatitschiefer, bildet Einlagerungen in der archäischenFormation Neuseelands und des Küen-Lüen, ist in isolierten Blöcken beiSchwemsal und Leipzig gefunden und zu Steinbeilen verarbeitet, weitverbreitet.
Der Glaukophanschiefer (der Insel Syra) besteht aus Individuender schön blauen, natriumreichen Hornblende, also des Glaukophans.
12. Augitschiefer.
Der Augitschiefer besitzt eine kleinkörnige, schieferig plattige Struktur,hell- oder dunkelgrüne Farbe und besteht fast ausschließlich aus Augit,welchem bald etwas Quarz und Plagioklas, bald Magneteisen und Chloritbeigemengt ist. Er ist bei weitem seltener als der Hornblendeschiefer.Bretagne und Erzgebirge .
13. Chloritschiefer.
Der Chloritschiefer ist ein schuppig-schieferiges, lauchgrünes, weiches,mildes Aggregat von Chloritschuppen, welchen gewöhnlich etw-as Quarz,häufig auch etwas Feldspath beigemengt ist. Er ist reich an zufälligenGemengteilen; von diesen sind anzuführen: Magneteisen in ausgezeich-neten Oktaödern (Zillerthal, Eisenregion am Lake Superior ), Magnesit inscharfen Rhomboödern (St. Gotthard , Zillerthal), Granat in Rhombendode-kaödern (Greiner), Turmalin (Habacher Alp, Ural), Gold (südl. atlant. Staatenvon Nordamerika ).
Der Chloritschiefer ist in den meisten Fällen seines Vorkommensausgezeichnet ebenflächig geschichtet und tritt in Gesellschaft und in
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