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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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II. Petrograpliische Geologie.

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seiner chemischen Zusammensetzung nach aus Eisenoxyduloxyd besteht.Selten rein tritt der Magneteisenstein gewöhnlich mit Granat, Chlorit, Quarz,Epidot, Schwefelkies und Kupferkies gemengt auf und zwar bildet er Lager,Flötze und Stöcke zwischen den Gesteinen der archäischen Gneiß - undGlimmerschieferreihe. Die Gebiete dieser Formationen sind demnach auchdie Heimat der großartigsten Magneteisensteinlagerstätten, von welchen na-mentlich die von Arendal, Dannemora und der Lappmark (hier der Gellivara5300 m lang, 2600 m breit und über 160 m hoch), in Skandinavien , dieEisenberge des Ural , die mächtigen und zahlreichen Magneteisensteinflötzeim Alleghanv Gebirge und in Canada zu erwähnen sind.

21. Torf.

Der Torf ist ein bald lockeres, bald mehr zusammengepreßtes, kom-paktes, filziges Gewebe von in Zersetzung begriffenen Pflanzenteilen, derenForm um so deutlicher erhalten ist, je weniger stark sie durch Zusammen-pressung und Zersetzung gelitten haben. Mit beiden steht auch die Farbedes Torfes im Zusammenhang, welche zwischen lichtbraun und pechschwarzschwankt. Je nach den Pflanzenarten, aus denen der Torf vorzugsweisebesteht, pflegt man Moostorf, Wiesentorf, Haidetorf u. s. w., je nach derBeschaffenheit der Masse Pechtorf, Papiertorf, Torferde u. s. w. zu unter-scheiden.

Der Torf bildet Lager von wechselnder, oft beträchtlicher Mächtigkeitund entsteht überall da, wo sich am Boden stagnierender Gewässer derNiederungen und Hochplateaus Sumpf- und Wasserpflanzen ansammeln, soin Mecklenburg, Ostfriesland , auf dem Brocken, dem Bruchberge im Harze,bei Dürheim im Schwarzwalde u. v. a. O.

22. Braunkohle (Lignit).

Die Braunkohle ist eine dichte, erdige, holzige oder faserige Kohlen-masse mit braunem Striche, mit 55 bis 75 Prozent Kohlenstoff und bedeu-tendem Bitumengehalte. Sie zeigt häufig die wohlerhaltene vegetabilischeStruktur, besitzt muscheligen, erdigen oder holzartigen Bruch und braunebis pechschwarze Farbe, verbrennt leicht mit rußender Flamme und unterFlntwickelung eines unangenehmen, eigentümlich brenzlichen Geruchesund giebt mit Kalilauge eine dunkelbraune Flüssigkeit. Nach ihren ver-schiedenen Strukturverhältnissen hat man einzelne Abarten der Braunkohleals Pechkohle, holzige Braunkohle, Papierkohle, Moorkohle, Nadelkohle,Erdkohle (Umbra) u. s. w. bezeichnet.

Als accessorischer Gemengteil mancher Braunkohlen, so derer vonArtern , kommt Honigstein und Retinit vor.

Die Braunkohle bildet Flötze, d. h. zusammenhängende ausgedehnteLager innerhalb der nach ihrem Vorkommen benannten tertiären Braun-kohlenformation. Manche dieser Flötze erreichen über 20 m Mächtigkeit(so bei Göln 2530 m; bei Zittau über 33 m).