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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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57
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II. Petrographische Geologie.

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brennt er bei starkem Luftzuge, teils mit schwacher, teils ohne Flamme,ohne Geruch und ohne Rauch und ohne zu schmelzen. Er giebt einenschwarzen Strich und ist das härteste der Kohlengesteine, geht jedoch häufigdurch Abnahme seines Gehaltes an Kohlenstoff und Aufnahme von Bitumenin Steinkohle über.

Der Anthracit tritt zum Teil in selbständigen ausgedehnten Flötzen auf(z. B. im östlichen Pennsylvania ), oder er bildet gemeinsam mit Steinkohleund Braunkohle Plötze, aus denen er lokal durch Umwandlung hervor-gegangen ist (z. B. in Süd-Wales , am Meißner), endlich kommt er in Nesternvon beschränkteren Dimensionen vor (z. B. in den Graptolithenschiefernder Grafschaft Cork in Südschottland und bei Lischwitz unweit Gera imVoigtlande).

In folgender Tabelle sind die hauptsächlichsten Unterscheidungsmerk-male der beschriebenen Kohlengesteine übersichtlich zusammengestellt.

Kohlengestein

Kohlenstolf-

gehalt

Härte

2

V

3

N

tt

A

m

V

'E

OS

Erwärmte Kali-lauge wird

t.

et

G

fi

®

ii

Erscheinungen beim Verbrennen

-»

Braunkohle.

5575

2

0,51,5

1,2-1,5

1,41,7

braun

tief-

braun

leicht

nicht

schmel-

zend

rußende

Flamme

stark

rau-

chend

stark

rau-

chend

brenz-

lich

stin-

kend

Steinkohle .

75 90

braun-

schwarz

grau-

schwarz

nicht

oder

hell-

gelblich

braun

gar

nicht

gefärbt

z. Teilleicht

nur beistarkemLuft-zuge

z. Teilschmel-zend,z. Teilsinternd

helle

Flamme

teils

schwa-

che,

teils garkeineFlamme

aroma-tischbitumi-nös rie-chend

ohne

Geruch

j Anthracit. .

über 90

22,5

nicht

schmel-

zend

gar

nicht

rau-

chend

. Graphit.

Das Graphitgestein ist ein grobschuppiges bis feinschuppiges oder fastdichtes, zum Teil erdiges, eisenschwarzes, metallglänzendes Aggregat vonGraphit. Es ist fettig anzufühlen, weich und abfärbend. Der Normal-bestand des Graphitgesteines sollte reiner Kohlenstoffsein, es kommt jedochin der Natur nur verunreinigt und zwar mit Beimengungen von Kieselsäure,Kalkerde, Thonerde und Eisenoxyd vor. Gewöhnlich tritt dieses Gesteinals Graphitschiefer auf, welcher zum Teil außerordentlich regelmäßige,flötzartige, zum Teil sehr mächtige, aber auch kleinere nesterförmige Ein-lagerungen zwischen Gneiß und Glimmerschiefer bildet. So zwischen Gneißund krystallinischem Kalksteine bei Krumau in Böhmen , bei Wunsiedel imFichtelgebirge , zwischen Gneiß in der Umgegend von Passau und an an-deren zahlreichen Lokalitäten der Gneiß- und Glimmerschiefergebiete von