V. Architektonische Geologie.
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werden mag, während doch nur die Repetition ein und desselben, aber inkurzen Zwischenräumen verworfenen Schichtenkomplexes vorliegt.
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Fig. 93. Vielfach zerstückelte und verworfene Steinkohlenformation von Anckland in’Durham .
A, B, C Kohlenflötze.
Besitzen die in die Tiefe setzenden Spalten eine nur schwache Nei-gung, so können durch Seitendruck Überschiebungen stattfinden, infolge
Fig. 9-1. a , c, d Flügel eines treppenförmig verworfenen Kohlenflötzes.
deren dann ältere Gebirgsglieder die jüngeren, über deren Schichtenköpfesie hinweg geschoben wurden, überlagern. So sind z. B. auf einer flachnach S fallenden Spalte, welche sich von Aachen über Lüttich bis in dieGegend von Boulogne verfolgen läßt, dier Schichten des Silurs, Devons undSubkarbons von S nach N^über die produktive Steinkohlenformation eineStrecke weit hinauf geschoben (Fig. 95), so daß letztere von ersteren dis-
Blecquenecqnes * * Ferques
Fig. 95. Überschiebung von Kohlenkalk (Ä') auf der Verwerfungsspalte (F) überdie produktive Steinkohlenformation (S) bei Ferques im Dep. Pas-de-Calais .
Nach C . Barrois.
kordant bedeckt wird und man mit mehreren Schächten unter dem Devon und Kohlenkalke Kohlenflötze des Oberkarbons antraf.
Da Berstungen, Verwerfungen und Faltungen der Schichten und Ketten-gebirge den gleichen Ursachen ihre Entstehung verdanken, so ist es erklärlich,daß erstere, also Spalten und Dislokationen, oft eine gewisse Parallelität zuletzteren, also den Falten und Gebirgsketten innehalten. Doch sind auch Ver-werfungen, welche die Faltensysteme quer durchsetzen, nicht selten. Siekennzeichnen sich zuweilen durch Horizontalverschiebungen, wobeiein Flügel in ungefähr horizontaler Richtung neben dem anderen vorw ärts