V. Architektonische Geologie.
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6) Die drüsige Gangstruktur; unregelmäßige Hohlräume, derenWände von hervorragenden Krystallenden gebildet werden, durchziehen
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Fig. 109. Asphaltgang im Gault von Bentheim .Nach Heinr. Crd.
a Schieferthon des Gault; b lettiger Asphalt;c radialstrahliger Schwefelkies; d "blätterigstengeliger Kalkspath mit rhomboedrischenEndflächen; e reiner Asphalt.
Fig. 110. Bingeierze aus den Clausthaler GrubenDorothea und Bing und Silberschnur.a Bruchstücke des Nebengesteines, b Bleiglanz.c Quarz. Nach v. Groddeck.
die Gangmasse und zwar meist in den zentralen Zonen symmetrisch-lagen-förmiger Gänge, als letzte Reste der durch beiderseitiges Ankryslallisierenausgefüllten Gangspalten.
Eine Systematik der Mineralgänge nach ihrer Zusammensetzungist unthunlich, weil einerseits sehr verschiedenartige und zahlreiche Erzeund Gangmineralien in einem Gange vergesellschaftet Vorkommen, beidessen Benennung das in bergmännischer Beziehung wichtigste, geolo-gisch vielleicht weniger wesentliche Mineral den Ausschlag geben mußte,andererseits ändern gewisse Gänge ihre Mineral- (und namentlich Erz-)Führung in gewisser Teufe vollkommen, und schließlich ist eine allgemeingültige gesetzmäßige Vergesellschaftung der Gangmineralien zu gewissenGruppen nicht nachweisbar. Nur auf räumlich beschränkten Gebieten,den Erzdistrikten, finden gewisse Regeln des Zusammenvorkommens derGangmineralien ihren Ausdruck, so daß-man hier von ganz bestimmtenMineralkombinationen oder sogenannten Gangformationen sprechenkann. So zeigt sich z. B. zwischen den Andreasberger Erzgängen (siehesub: Silurische Formation) und den benachbarten von Clausthal (siehe sub:Karbonische Formation) mit Bezug auf Nebengestein, Mächtigkeit und Aus-,dehnung, namentlich aber in den dort vorkommenden Gangmineralien, vor-züglich Erzen, eine so durchgreifende Verschiedenheit, daß man im Gegen-sätze zu der Clausthaler von einer Andreasberger Gangformation oder-gruppe sprechen darf.
In diesem Lehrbuche sind die Mineralgänge als integrierende Teile der-jenigen Formationen, in denen sie aufsetzen, aufgefaßt und hei deren Be-schreibung mit inbegriffen worden, — sind sie doch durch ihr Nebengestein,und die von ihm umschlossenen Nebengesteinsbruchstücke und durch dieAbstammung ihrer Mineralausfüllung auf das innigste mit den einzelnen For-mationen der Erdkruste , — durch die Entstehung ihrer Spalten, durch dieoft wiederholte Aufreißung derselben, durch Verwerfungen, die sie erlitten