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VI. Historische Geologie.
schwemmten Säugetierresten ein so großes paläontologisches Interesseerhalten hat. Vorzüglich sind es, wie bereits oben erwähnt, die Unter-kiefer von Beuteltieren, die man dieser Schicht entnommen und Plagiaulax,Galestes, Triconodon benannt hat. ln dieser von Niederschlägen aus Wassergebildeten Schichtenreihe und zwar namentlich in ihrem tiefsten Horizontesind dunkelbraune bis schwarze Zwischenlagen von verweltlichen Damm-erde (dirt-beds) eingeschaltet, welche zahlreiche Überreste einer aus Coni-feren und Cycadeen bestehenden Wald Vegetation umschließen, derenStämme oft noch aufrecht stehend angetroffen werden, während ihre Wur-zeln tief in den Untergrund eingreifen und die allgebrochenen Stämmehorizontal zwischen den stehen gebliebenen Strünken liegen (siehe Fig. 382).
Aus der Thatsache, daß die rein marinen Gebilde des norddeutschenKimmeridge von einer Brackw asserformation, denn solches ist der Purbeck
Hannovers, überlagert werden, fernerdaraus, daß in England auf den dortigenmarinen Portland eine Schichtenreihevon abwechselnden Brackwasser-,Meerwasser- und Süßwasserablage-rungen, sowie Dammerde-, also Fest-landsgebilden folgt, geht hervor, daßdie beiden beschriebenen Territorienam Ende der Juraperiode eine vonvielfachen Oszillationen unterbrocheneHebung erlitten haben, in Folge derensie zum flachen Küstenlande wurden.Andere und zwar die große Mehrzahl der jurassischen Ablagerungenblieben während dessen Meeresgrund, so daß der Absatz mariner Sedi-mente ungestört auf ihm seinen Fortgang nehmen konnte. Hier folgt alsounmittelbar auf den marinen, oberen Jura die echte unterste Kreide, welcheauf dem unterdessen zum sumpfigen Festlande gewordenen Purbeck natur-gemäß fehlt und durch eine Sumpf- und Süßwasserbildung, den eigent-lichen Wealden, ersetzt wird.
Als Beispiele der deutschen Entwickelung des oberen Jura mag dieserFormation, wie sie in Schwaben und im nordwestlichen Deutschland ge-gliedert ist, eine etwas eingehendere Beschreibung gewidmet werden.
Speziellere Gliederung des oberen Jura in Schwaben und imnordwestlichen Deutschland . Auf die dunkelen Thone des oberstenbraunen Jura folgen in Schwaben die hellgrauen Kalkmergel und Kalkedes unteren weißen Jura, der sich dort nach Quenstedt wie folgt gliedert:
I. Unterer weifser Jura.
Weifser Jura a, Kalkbänke mit thonigen Zwischenlagen, reich an Terebratula ini-pressa )daher als Impressa-Schichten bezeichnet), Amm. alternans Buch, Amm. com-