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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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8. Jura.

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I. Diphyakalk, plattige rote marmorartige Kalksteine, reich anTerebratula diphya (Fig. 383); Hauptverbreitungsgebiet: Südtiroler und venetianer Alpen, vereinzelt auch in den österreichischen und bayeri-schen Alpen.

Fig. 3S4. Ammonites (Phyllocefas) ptyclioicusQuenst.

Fig. 383. Terebratula diphya Col.a Gefaßeindrücke auf dem Steinkerne.

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2. Stramberger Schichten, dickbankige, oft beinahe ungeschichtete,hellgefärbte Kalksteine, z. T. reich an Ammoniten, z. B. Ammonites (Phyllo-ceras) ptvchoicus Quenst (Fig. 384), Amm. (Perisphinctes) transitorius Opp.,an anderen Punkten mit vorwaltenden Nerineen*). Verbreitet im Salz­ kammergut , in den Südalpen, in dem Klippengebiete der Karpathen.

An vielen Stellen der Alpen und Karpathen wird endlich der obereJura durch rothe oder weiße Aptychenkalke vertreten.

A^erscliiedene Fazies der Juraformation. Die mittlere, namentlichaber die obere Juraformation Europas scheint in dreifacher Fazies zur Ab-lagerung gelangt zu sein. Da die verschiedenartigen Ausbildungsweisenräumlich voneinander gesonderten Arealen angehören, so kann man nachNeumayr auf unserem Kontinente drei von Süden nach Norden aufein-ander folgende, also durch im allgemeinen ostwestlich verlaufende Grenz-linien voneinander getrennte Juraprovinzen unterscheiden:

1) die mediterrane' charakterisiert durch die außerordentlicheHäufigkeit von Ammoniten aus der Gruppe der Heterophyllen (Phylloceras)und der Fimbriaten (Lytoceras), sowie der Terebratula diphya. Hierher ge-hört der Jura der Alpen , Karpathen, Cevennen, Spaniens , Italiens , Siciliensund der Balkanhalbinsel .

2) die mitteleuropäische, charakterisiert durch die Häufigkeit vonAmmoniten aus der Gruppe der Inflaten (Aspidoceras) und der Oppelien,

) Vergl. Zittel. Paläonf. Mitteil. aus d. Mus. des bayer. Staates. Bd. II.