8. Jura.
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und steht hier mit einer kleinen Seitenbucht, der Hilsmulde, in Verbindung,welche sich ununterbrochen bis in die Nähe von Eimbeck erstreckt undderen ursprüngliche weitere Fortsetzung gegen Süden durch die isoliertenSchollen des Lias in der Gegend von Wabern, Göttingen , Eisenach , Gotha und Arnstadt *) angedeutet wird. Abgesehen von den inselförmig aus denjüngeren Formationen, namentlich dem Diluvium hervortretenden Partiendes Jura bei Hannover , bildet diese Formation den Hauptbestandteil derHöhenzüge, welche sich von Hildesheim bis Goslar und Harzburg erstrecken.Weiter gegen Osten, also in dem hügeligen Landstriche nördlich und nord-östlich vom Harze, zwischen Braunschweig und Magdeburg erscheinenSchichten des Jura als zonenförmige Umgürtungen zahlreicher Inseln älterer,namentlich triadischer Formationen. Von den einzelnen Gliedern des Juraerheben sich die Gebilde des weißen Jura, und unter diesen die namentlichdurch ihren oolithischen Charakter ausgezeichneten Kalksteine und fels-bildenden Dolomite der Oxfordgruppe zu den erwähnten Höhenzügen, wäh-rend an deren südlichen Abhängen die meist aus thonigen Gesteinen be-stehenden Schichten des Lias und Doggers als schmale Säume zu Tagetreten.
Das dritte deutsche jurassische Territorium ist das von Oberschle sien , welches sich über die preußische Grenze bis nach Polen hinein er-streckt. Die oberschlesisch-polnische Jurabildung nimmt ein Areal vonüber 400 Quadratmeilen ein, welches freilich zum größten Teile von Dilu-vialablagerungen bedeckt ist. Sie setzt zunächst den gegen 15 Meilen lan-gen und I bis 4 Meilen breiten Ilöhenzug zusammen, welcher von Krakau bis Czenstochau zusammenhängend sich forterstreckt und sich von da mitUnterbrechungen in nordwestlicher Richtung bis Wielun , ja selbst bis Ka-lisch aus dem Diluvium hervorhebt. Die Kalke dieses Höhenzuges gehörendem weißen Jura an und werden von den thonig-sandigen Schichten desDoggers unterteuft, welche im Südwesten der ersteren eine von Nordwestnach Südost streichende Zone bilden und direkt, und zwar durchaus gleich-förmig auf den obersten Schichtendes Keupers aufruhen. Die oberschlesisch-polnischen Juraablagerungen zeigen mit denjenigen Süddeutschlands undnamentlich Württembergs eine so große Übereinstimmung in petrographi-scher und paläontologischer Hinsicht, daß daraus auf einen direkten Zu-sammenhang der Meeresteile, in welchen die Ablagerungen beider Gegendensich bildeten, geschlossen werden darf. Diese Verbindungsstraße mag durchMähren in der Richtung auf Wien und von da auf Regensburg geführt haben.
*) A. vonKoenen. N. Jahrb. 1875. S. 659; J. G. Bornemann, Liasf. in d.Geg. v. Güttingen. Berlin 1 854. — K. v o n F ritsch. N. Jahrb. 1870. S. 385 ; Hein-rich Credner, ebend. 1839. S. 381; 1842. S. 1 ; 1860. S. 293. — M. Bauer. Zeitschr.d.Deutsch , geol. Gesellsch. 1879. S.782. u. Jahrb. d. k. pr. geol. Landesanst. 1881. S. 28.