8. Jura.
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der Krim und am Kaukasus hingegen erheben sich jurassische Gebilde zuwirklichen Gebirgsketten.
In England setzen die Schichten des Jura eine breite Zone zusam-men, welche sich von Portland und Lyme Regis an der Küste des Kanalesin fast genau nördlicher Richtung über Bath , Oxford und Lincoln erstreckt,bis sie bei Whitby nördlich von der Trentmündung die Ostküste erreicht.Alle drei Hauptabteilungen der Formation sind deutlich entwickelt. IhreLagerung ist im allgemeinen eine sehr einfache, indem die Schichten desgesamten Systems flach nach Osten einfallen, so daß an dem Westrandeder Jurazone die untersten, weiter östlich die jüngeren Glieder des Jura zuTage ausgehen; erstere lagern gleichförmig auf dem oberen Keuper auf,letztere werden von der Kreide überlagert.
In Frankreich tritt die Juraformation in zwei ringförmigen Zonen andie Oberfläche, deren südliche ziemlich vollständig geschlossen ist, währenddie nördliche gegen den Kanal hin weit geöffnet ist und augenscheinlich mitdem englischen Jura in Verbindung gestanden hat. Der südliche Ring um-gürtet das granitische Zentralplateau Frankreichs , auf dessen Rändern diejurassischen Schichten aufgelagert sind und von welchen sie allseitig ab-fallen, so daß der Lias eine innere Zone bildet, der Dogger und weiße Juramehr nach außen hin auftreten. Der nördliche Juraring verhält sich geradeumgekehrt, indem alle Schichten nach innen einfallen, also eine flacheMulde bilden, deren ältere Glieder in der äußeren Umgrenzung, derenjüngste Schichten mehr nach innen liegen, während das Zentrum derselbenvon Kreide und Tertiärbildungen ausgefüllt ist. Dem östlichen Flügel die-ser großen Mulde gehören die jurassischen Ablagerungen von Deutsch-Lothringen, namentlich die Landstriche zwischen Metz und Dieden-hofen an.
Von Schwaben aus setzt die Juraformation in südwestlicher Richtung,also in der Verlängerung der rauhen Alb über den Rhein in schweize-risches Gebiet fort und bildet hier das Juragebirge, welches vonBasel bis Genf reicht und aus einer Anzahl von Parallelketten besteht.Diese verdanken ihren Ursprung einer Faltung der jurassischen Schichten(siehe Fig. 351, S. 599), infolge deren mehr oder weniger steile, langge-zogene, zum Teil auf ihrer obersten Wölbung auseinander geborstene Sättel,ja vollständige Überkippungen entstanden. Von dem Territorium desschweizer Jura zog sich eine jetzt zum größten Teil zerstörte oder verdeckteschmale Zunge jurassischer Ablagerungen in nordöstlicher Richtung in dieBucht zwischen Vogesen und Schwarzwald , also das heutige Rheinthal, —die kleinen isolierten Jurapartien von Wiesloch , Freiburg und Rändernauf dem rechten Ufer des Rheines und von Buxweiler, Rappoltsweiler undRauffach im Elsaß sind Überreste derselben.
Einen nicht unbeträchtlichen Anteil nimmt die Juraformation an dem