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Verbrennen des Brennmaterials erforderliche Luft leitet mangewöhnlich durch Gebläse in jene Räume, und solche Heerdenennt man in Deutschland auch Feuer (Lupvenheerd, Lup-penfeuer u. s. s.); oder es findet ein natürlicher Luftzug statt(Saigerheerd, Bratheerd mit und ohne Gebläse). Die Heerdekommen vorzugsweise nur bei der Verarbeitung der Eisenerzeund bei der Bereitung des Stabeisens aus Roheisen in An-wendung. Sie sind in den mehrsten Ländern noch jetzt zudiesem Zweck ganz allgemein gebräuchlich, so wie sie in eini-gen Ländern vorzugsweise zur Eisen- und Stahlbereitung un-mittelbar aus den Erzen, angewendet werden. Man kann sie,ihrem Zweck nach, als Borrichtungen betrachten, welche zwi-schen Schachtöfen und Flammenöfen in der Mitte stehen, weilder in die Heerde geleitete Luststrom nicht allein zum Schmel-zen und zum Reduciren dient, wie bei den Schachtöfen, son-dern auch zum Oxydiren, wie bei den Flammenöfen. In vie-len Ländern sind die Schachtöfen erst aus den Heerden ent-standen; in anderen Ländern hat man sich der Heerde niemalsbedient. Die nähere Untersuchung über die Heerde und überdie Arbeit in denselben,, gehört zur speciellen Metallurgie der-jenigen Metalle, bei welchen sie in Anwendung kommen.
Von der Beschickung und Gattirung, und vonden Zuschlägen und Flüssen.
Es ist eine uralte Erfahrung, daß bei vielen Erzen, wennsie verschmolzen werden sollen, ein Zusatz nöthig ist, um sieleichtflüssiger zu machen und dadurch zu verhindern, daß einTheil des in demselben befindlichen Metalles verschlackt wird.Weil diese Zusätze, — wenigstens in der Regel, — kein Me-tall enthalten, so scheint es freilich, daß sie nur, indem sie dasHaufwerk vermehren, zu einem größeren Brennmaterialien-verbrauch Anlaß geben müßten, indem ein Theil der Wirkung
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