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veS Brennmaterials dazu verwendet wird, um sie in den flüs-sigen Zustand zu versetzen. Die Erfahrung lehrt indeß, daßdas Brennmaterial ungleich vortheilhaster benutzt wird , d. h.daß das Verhältniß des zu verschmelzenden Haufwerkes zudem Brennmaterial bedeutend vergrößert werden kann, wennder zu verschmelzende Körper einen zweckmäßigen Zusatz erhalt.Indem er nämlich dadurch leichtflüssiger wird, absorbirt erweniger von dem Auflösungsmittel, welches hier die aus demBrennmaterial entwickelte Wärme ist. Es findet dabei alsodasselbe Verhalten statt, wie bei einigen Salzen, welche manin Wasser auflößt. Der Weinstein ist schweraustöslich underfordert beinahe 100 Theile kaltes Wasser zur Auflösung;setzt man mehr Kali hinzu, so absorbirt er so wenig Wasserum flüssig zu werden, daß er sogar an der feuchten Lust zer-fließt. Dies, wenn gleich nicht ganz passende Beispiel, dientwenigstens als eine Erläuterung der Erscheinung, daß bei der-selben Quantität Brennmaterial mehr Erz verschmolzen wer-den kann, wenn dasselbe einen Zusatz erhält, als wenn mandenselben wegläßt, obgleich dieser Zusatz außerdem noch ge-schmolzen werden muß.
Ein zu verschmelzendes Erz oder Hüttenprodukt mit ei-nem zweckmäßigen Zusatz vermengen, nennt man in Deutsch land : das Erz beschicken, und das Gemenge selbst, welchesdaraus entsteht, wird die Beschickung (Müllerung, Rost,Schicht, auch Vormaaß) genannt. Man macht diese Beschi-ckung entweder für jeden einzelnen Satz (für jede Gicht),welche in den Ofen gebracht wird, oder für eine bestimmteQuantität von Erzen und Hüttenprodukten, welche, nach derErfahrung, in einem gewissen Zeitraum verschmolzen werden.Wo jeder einzelne Einsatz, oder jede Gicht abgewogen werden,da macht man auch die Beschickung für den einzelnen Satz.Sehr häufig trägt man aber die Sätze nach einem bestimmtenMaaß, oder nach einer Anzahl von Maaßen, in den Ofen.