I. CAPITEL.
EINWÄNDE GEGEN DIE DEGENERATIVETHEORIE DER GENIALITÄT.
Es kann wohl dem Schriftsteller begegnen, dasser kaum nach Vollendung seiner Arbeit bedauert,sie geschrieben zu haben; die Freude der Unter-suchung, der Schöpfung ist verschwunden, aber dasBedauern über die Irrthümer oder auch über die niefehlenden Verbesserungen bleibt. Diesmal aber kannich von mir das Gcgenthcil sagen. Ich glaube inmeinen Untersuchungen über das Genie eine Arbeitgethan zu haben, die zwar nicht vollständig, aber derVollendung näher ist, als ich bei meinen geringenKräften hätte hoffen dürfen. Viel dazu beigetragenhat, dass die Kritik der gebildetsten Länder Europas es mir ermöglicht hat, viele Irrthümer meiner erstenUntersuchungen über diesen Gegenstand zu beseitigen,vor allem aber auch der Eintritt meiner Idee in diegeistigen Strömungen der modernen Literatur.
So sehr auch meine Theorien auf Thatsachengegründet waren und nur die Ergänzung der ausge-zeichneten Arbeiten von Morel, Moreau und Jacob)bildeten, wurden sie doch anfangs mit Ungläubigkeitnufgenommen und, was noch schlimmer ist, mit einerGleichgiltigkeit, die Beachtung und Discussion vonvornherein ablehnt; die meisten durchliefen das Buch
I.OMBROSO, Entartung und Genie.