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Auch kann man nicht annehnien, dass das Stotternbei Manzoni, bei Virgil, Alciuiades und Cardanund noch weniger, dass die Linkshändigkeit MichelAngelo’s, LKONAuno’sundBERTiLLON’s von übermässigerArbeit herkommt.
Man hat bei einigen berühmten Malern feststellenzu können geglaubt, ihre zunehmende Vorliebe füreinen bläulichen Farbenton wäre eine Alterserscheinungin Folge einer leichten Gelbfärbung des Glaskörpers,*)aber Alukrtotti hat nachgewiesen, dass dieselbe an-geboren und vom Alter unabhängig ist.
Das nervöse Temperament und die epileptoidenErscheinungen beim Genie sind durchaus kein Effectder Erschöpfung, sondern von vornherein im Schaffendes Genies enthalten und oft das Wesentliche ihrerindividuellen Färbung; es ergiebt sich das aus dersorgfältigen Untersuchung der Hauptwerke von Dosxo-jkwskij und Ilsen und vieler Dramen Shakesi’eare’s.Ganz besonders interessant ist gerade dafür der eigen-thümliche, an Wahnsinn streifende Zug der meistenBilder von Wiertz, besonders die Gedanken einesGeköpften und der Polypheni , die für Meisterwerkegelten.
Ganz unvereinbar mit der Annahme einer schwerenErschöpfung ist ein Hauptmerkmal genialer Menschen,nämlich ihre Langlebigkeit. Ich habe sie unter 143Fällen 134 mal gefunden, unter anderem bei Petrarca und MichelAngelo . Dagegen zeigen sich derartige Er-scheinungen nur selten bei Stubengelehrten, die imGegensatz zum Genie sehr schwer arbeiten müssen,um etwas, was dann noch meist recht mittelmässig ist,zu produciren, wenigstens habe ich niemals bei denInschriften- und I Iandschriftenforschern, bei Archaeo-logen und Vertretern der systematischen Natur-
*) Arrcat, Psychologie des peintres 1891. Man vergleiche damitauch I.iebreich’s gänzlich fehlgehende Studie UberTurner (1872).— K.