ENTARTUNG UNI) GENIE.
IQS
Gleichgewichte geschleudert sind, Genies, die unterdem Einflüsse von Mattoidcn stehen und der Ansichthuldigen, dass die Vervollkommnung der Kunst ein-zig in der Rückkehr zu früheren Epochen zu findenist; daher lehnen sie sich mit ihren Darstellungenaufs Innigste an Fra Angulico, Giotto, ja manchmalgar an die alten byzantinischen Mosaicisten an. Nunliegt es doch aber auf der Hand, dass der Fort-schritt nicht im Rückschritt liegen kann und dassman mit dieser Manier nur einen flüchtigen, augen-blicklichen Erfolg erzielt, der hauptsächlich auf demContrast beruht, welchen diese alten Formen mitten immodernen Leben hervorrufen und zum Theil vielleichtauch auf dem Wohlbehagen, mit dem sich das Augenach den complicirten, gesuchten Motiven der modernenMalerei an den einfachen naiven Linien jener altenKünstler ausruht. Wenn aber in demselben In-dividuum das mattoide Element das geniale überragt,so wird diese Rückkehr zu früheren Kunstperiodenkindisch und barbarisch und geradezu unerträglich.Der beste Beweis hierfür ist die Titelvignette zu deroben erwähnten Zeitschrift Le Coeur, ausgeführt vonjenem soeben lobend hervorgehobenen Maler Eiliger,bei dem sich Byzantinismus und gesteigerter Symbo-lismus zu einem unerträglichen, ans Verrückte strei-fenden Ganzen vereinigt. Ebenso bizarr ist in demSalon der »Rose + Croix « das Gemälde von laRochefoucauld : La bonne deesse Isis initie le berger.Man sieht hier einen bei seinen Schafen eingeschla-fenen Hirten, der von einer guten Schule zeugt, fernereine Göttin Isis, die wirklich etwas Mystisches hat,und zwei Cherubim, die als Decoration nicht übelwirken, daneben findet sich aber eine solche Massesymbolischer Einzelheiten und Aufschriften, dass dasGanze absolut toll wird. Man höre, wie der Malerselbst das Bild beschreibt:
»Unter dem Baume der Offenbarung, von dem