260
ENTARTUNG UND GENIE.
Mitte Frankreichs kommen und vorgeben wird, derzu sein, der ich selbst bin«.
Von nun an fixirte sich in ihm die Idee, derKönig der Könige und der Fürst aller Fürsten zusein. Zu dem Stadtcapellmeister von Arcidosso, dersich ihm nicht fügen wollte, sagte er: »Ich bin derKönig der Könige, der Monarch der Monarchen; aufmeinen Schultern trage ich die Fürsten der ganzenWelt. Alle Soldaten und Gendarmen gehören mir,und es giebt keine Fesseln, die mich bindenkönnten«.
Minucci, der sich aus dem Staube machen wollte,redete er folgendermassen an: »Du weisst nicht, dassich der Fürst der Fürsten , der König der Erde bin,und dass ich Dich lebendig steinigen lasse, wennDu Miene machst, zu fliehen!«
Der Zeuge Rossi, welcher der Predigt vom 17. Augustmit beigewohnt hatte, hörte Lazzaretti sagen, erwäre der König der Könige, er wäre Christus, derFührer; der Papst werde fernerhin nicht mehr in Rom residiren, sondern er, Lazzaretti, werde ihm einenandern Wohnsitz anweisen, und selbst der Königvon Italien werde ihm unterthan sein. Auch derZeuge Mariotto hatte Lazzaretti äussern hören,er fürchte sich vor keiner Macht, denn wenn auchMillionen von Soldaten gegen ihn ins Feld zögen,so sei es doch ein Ding der Unmöglichkeit, dassein Unterthan seinen Monarchen gefangen nähme.
Mit seinem Emblem, das aus einem Kreuzezwischen zwei C (j f C) bestand, hatte es folgendeBewandtniss: Die beiden C sollten den ersten undden zweiten Christus darstellen; d. h. Christus, denSohn des Joseph von Nazareth , lind Christus, denSohn des verstorbenen Joseph Lazzaretti. Dieweiteren Beziehungen, die diese Buchstaben zuConstantin, David und Lazzaretti haben sollten, sinddurchaus unklar. Der Zusammenhang ist nur in dem