ZUR THEORIE DER GENIALITÄT.
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Zellenfresser) zerstören diejenigen Elementar - Orga-nismen, die in Folge irgend welchen Umstandes ge-schwächt sind, lassen aber vollkräftige Zellen un-berührt.
Folgendes erläutert nun den Hergang diesesKampfes in irgend einem speciellen Falle, z. B. demder Larve eines Seesterns: in der Larve bilden sichAnlagen neuer Organe, die aus Gruppen junger,wenig differenzirter Zellen zusammengesetzt sind;diese Anlagen entwickeln sich und bilden dabeieinen vollständigen kleinen Seestern, ohne darin durchdie zahlreichen innerhalb der Larve befindlichenPhagocyten gestört zu werden, die sich vielmehr mitder Aufzehrung der aus gealterten Zellen bestehendenLarvenorganen beschäftigen.
In gleicher Weise werden auch die meisten Or-gane der Larven der Fliege ein Raub der Phago-cyten, die in ihre Muskelfäserchen, in ihre Speichel-drüsen u. s. w. eindringen und ihren ganzen Inhaltaufzehren; das Innere dieser in Metamorphose be-griffenen Larven verwandelt sich dabei zum grossenTheil in eine dickflüssige rahm - oder eiterähnlichcMasse; gleichzeitig verwandelt sich aber eine Anzahljunger von den Phagocyten intact gelassener Zellenin neue Muskelfibrillen, neue Drüsenzellen u. s. w.,sodass der Organismus der Fliege völlig neugeschaffenwird. Da diese Zellen nun, Dank einer grösserenWiderstandsfähigkeit gegen die Phagocyten, am Lebenund siegreich geblieben sind, ist es natürlich, dassdie jungen Fliegen lebhafter sind als gewisse ihnenverwandte Insecten, wie die Mücken, die währendihrer Metamorphose eine derartige tiefgreifende undförderliche Verjüngung nicht erfahren.
Aehnliche Processe verlaufen in der Kaulquappe;eine gewisse Zahl ihrer Muskeln füllen sich mitPhagocyten, welche die ganze quergestreifte Muskel-substanz verzehren, und die Muskelbündel verwandeln