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Briefwechsel des Grafen Montvallat oder Erinnerungen an die französische Emigration von 1792 bis 1797 / herausgegeben von W* M* [Wilhelm Meyer]
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aufhielt, konnte wohl mit Recht schreiben: „Ich habe„den Kelch alles Unheils der Revolution bis zur Hefe„ausgetrunken.“ Im Juni 1792 wurde sein Gut ver-wüstet und sein einziger Sohn fiel auf dem Schlacht-feld. Seine Gattin rettete sich über die Grenze nachSavoyen , wo er ein kleines Landgut erworben 'hatte,und es gelang ihr, für tausend Louisd’or Schmuckund Silberzeug in Sicherheit zu bringen. Aber schonim folgenden September fielen die Republikaner inSavoyen ein und sie konnte nichts retten, als wassie bei ihrer Flucht auf dem Leibe trug. Inzwischenhatte der Vicomte das Conde’sche Corps, in welchemer diente, wegen gänzlich zerrütteter Gesundheit ver-lassen müssen und seine Frau in der Schweiz auf-gesucht, wo sie in Sursee für 240 Franken jährlicheMiethe eine möblirte Wohnung bezogen. Vergeblichsahen sie sich nach ihren begüterten Verwandten inder Hoffnung auf einige Unterstützung um. Die einenwaren ausgewandert und ebenfalls in dürftige Um-stände gerathen, die andern hatten in Frankreich unter dem Fallbeil ihr Leben eingebüsst. Im Jänner1796, da sich der Vicomte ausser Stande sieht, dieMiethe zu bezahlen, und sich in der schrecklichstenVerlegenheit befindet, vernimmt er zufällig, seinJugendfreund Montvallat halte sich in Romont auf.Von allen Freunden Montvallats ist Puymontbrunder einzige, der ihm mit Du schreibt. In den rüh-rendsten Ausdrücken bittet er ihn, ihm die zehnLouisd’or zu verschaffen; er hofft, sie in den erstenTagen des Mai zurückzahlen zu können. Ein Schwager