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Parisische Reyss, Handlung und Bünde-Schwür das ist: wahrhafftige Erzehlung was sich in der zwischen dem Aller-Christlichen König zu Franckreich und Navarra Ludovico XIV. an einem so denne den XIII und V zugewandten Orten hochlöblicher Eydgnossschaft, im Jahr 1663 zu Pariss verpflogenen Bundes-Erneuerung zugetragen / geschrieben durch Johann Georg Wagner
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Königs, auf der lincken deß Herrn Delphi-nen neu auffgerichtete Compagnie zu Pferdt.Au Corps de referve, oder bey der Hindershuch befanden sich andere Compagnien zuPferdt, les Chevaux legers, und les Gensd'armes genannt, theils mit weissen, theilsmit ganz schwarzen Pferden, etlich mit blausfarben Röcken, etliche mit Brust Harnischenund ihren gewohnlichen Uberwehren:Allediese Volcker ohngefehr 7000. Mann so wolReuter als Fußknechten in so guter Pofturwohl bewehrt und gekleydt, daß man dieselben nicht genugsam ansehen noch verwundernkönnen. Gestalten dann etliche Herren Bottoschaffter offentlich bekannt, daß sie aller Mag-nificenz der Gaftmählern und was sie sonstenprachtig und denckwürdiges in und umPariß gesehen, in Anschauung dieser gewalstigen und beförchtlichen Macht, so einer gansgen Armee wegen Erfahrenheit mehrentheilsdarunder sich befindenden Reformirten Officierern und außerlesenen wohl practicirtenSoldaten zu vergleichen, gleichsam vergessenhatten.

Nachdem dann die Herren Ambaffadorenvon Ihrem gewohnlichen Pallast der Zusammenkunfft mehrentheils in Kutschen nach besfagtem Vincennes gefahren, und allda einFrühstuck, so aber deß Namens eines rechtenImmiß Mahl wohl werth, genossen, undohngefehr zwo Stund lang sich auffgehalten,fassen sie zu Pferdt, und ritten dem König,