Band 
Erster Band.
Seite
XVII
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Auguste Comte’s Leben und Schriften.

XVII

kann man nur dadurch kennen lernen, dass man die grossen An-wendungen studirt, welche der menschliche Geist von ihr gemachthat. — Das Studium der Methode lässt sich uicht von dem derUntersuchungen trennen, wo sie zur Anwendung gekommen ist. —(I, S. 14.) Ich weiss nicht, ob es später möglich sein wird, eine Lehreüber die Methode a priori, unabhängig von dem philosophischenStudium der Wissenschaften selbst, aufzustellen, aber jedenfalls Istdies gegenwärtig nicht möglich, weil man die Kenntniss der grossenlogischen Vorgänge noch nicht von ihrem thatsächlichen Gebrauchetrennen kann. Sollte man später dahin gelangen, so wird es dochnur mittels des Studiums der Anwendungen möglich sein, welchebei den wissenschaftlichen Untersuchungen davon gemacht werden.“In dieser Weise spricht sich Comte noch an mehreren anderenStellen seiner Philosophie aus, und man kann nur staunen, wieleicht er über diese wichtige Frage hinweggeht. Zunächst kannman entgegnen, dass das Denken nicht der einzige Vorgang in dermenschlichen Seele ist; auch das Wahrnehmen, das Erinnern, dasFühlen, das Begehren und Wollen sind Vorgänge, welche inner-halb der Seele geschehen, und wenn Comte bei den Gefühlen unddem Begehren ein Beobachten seiner selbst zulässt, so begreiftman nicht, weshalb dies nicht auch bei dem Denken geschehenkönne. Nun sagt Comte bei der hier angezogenen Stelle wört-lich: „In Bezug auf die moralischen Vorgänge begreift sich wohl,dass der Mensch sich selbst in Bezug auf seine Leidenschaftenbeobachten kann, und zwar aus dem anatomischen Grunde, dassdie Organe, welche Sitz der Leidenschaften sind, von den Organengetrennt sind, welche den beobachtenden Verrichtungen dienen.Indess bleibt auch für die eigenen Leidenschaften das beste Mittelsie zu erkennen, deren Beobachtung von aussen (au dehors), dennjeder stärkere leidenschaftliche Zustand, also derjenige, dessen Be-obachtung der wesentlichste ist, ist mit dem Zustande eines Beob-achtens desselben unverträglich.“

Indess lässt sich darauf entgegnen, dass jene von Comte hierangenommene Trennung der Organe der Leidenschaft selbst von denender Beobachtung derselben, eine blosse Behauptung ist, für die jederBeweis fehlt. Auch zerfällt jede Leidenschaft in die einfacherenZustände des Vorstellens, des Fühlens und des Begehrens, und be-

Comte-Rig ( positive Philosophie. b