Band 
Erster Band.
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Ersten Kapitel.

während seiner Thätigkeit zu beobachten, indem man die Wegeprüft, auf welchen er seine besonderen Kenntnisse erlangt; kurzman hat alle wissenschaftlichen Lehren als ebenso viele logischeThatsachen zu nehmen, denn nur durch die gründliche Beobach-tung dieser Thatsachen kann man zur Erkenntnis der logischenGesetze gelangen.

Auf diesen zwei Wegen, von denen jeder den andern ergänzt,kann man zu Begriffen über die geistigen Vorgänge gelangen.Hieraus erhellt, dass für jene trügerische Seelenlehre, die letzteUmgestaltung der Theologie, kein Raum vorhanden ist, da sie sichweder um das physiologische Studium der geistigen Organe, nochum die Beobachtung der vernünftigen Verfahrungsweisen, welchedie wissenschaftlichen Untersuchungen leiten, kümmerte und meinte,die Gesetze des menschlichen Geistes dadurch entdecken zu können,dass sie dieselben an und für sich studirte, d. h. ohne Rücksicht aufderen Ursachen und Folgen.

Die positive Philosophie hat seit Bacon ein so grosses Ueber-gewicht erlangt, dass die mit dem Studium des menschlichenGeistes beschäftigten Metaphysiker den Verfall ihrer vermeintlichenWissenschaft nur dadurch haben auf halten können, dass sie die-selbe ebenfalls als auf die Beobachtung begründet hinstellten. Zudem Ende haben sie versucht, zwei Arten von Beobachtung zuunterscheiden, eine äussere und eine innere; letztere soll allein fürdas Studium der geistigen Vorgänge bestimmt sein. Ich magdieses Sophisma hier nicht näher prüfen; ich will nur zeigen, dassdiese angebliche Beobachtung des Geistes durch sich selbst einereine Täuschung ist.

Roch vor kurzem meinte man das Sehen dadurch erklärtzu haben, dass die leuchtende Thätigkeit der Körper auf der Netz-haut des Auges Bilder bewirke, welche die Gestalten und Farbender äusseni Gegenstände wiedergäben. Die Physiologen habenindess mit Recht entgegnet, dass, wenn dies gleichsam von leuch-tenden Eindrücken hervorgebrachte Bilder wären, dann noch einzweites Auge nöthig wäre, um diese Bilder sehen zu können. Giltnicht dasselbe auch für den vorliegenden Fall, nämlich für dieSelbsterkenntniss ?