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Erster Band.
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Zweites Kapitel. J9

Fall an, so haben wir bei der Eintheilung der verschiedenen posi-tiven Wissenschaften nach der gegenseitigen Abhängigkeit derselbenvorzuschreiten. Soll diese Eintheilung eine sachliche sein, so kannsie sich nur nach der thatsächlichen Abhängigkeit der zusammen-gehörigen Vorgänge bestimmen. Ehe ich jedoch dazu vorschreite,habe ich den Gegenstand der beabsichtigten Eintheilung genauzu bezeichnen.

Alle menschliche Thätigkeit geschieht entweder im Denkenoder im Handeln, und sie zerfallt hiernach in eine theoretische undpraktische Thätigkeit. In diesem Werke handelt es sich blos umerstere, es soll darin nicht das ganze System der menschlichenBegriffe in Betracht genommen werden, sondern nur das der Auf-fassungen, welche sich auf die verschiedenen Klassen der Vorgängebeziehen, eine feste Grundlage für alle Verbindungen gewähren undsich nicht auf ein anderes wissenschaftliches System stützen. Beieiner solchen Aufgabe hat man sich mit der denkenden Thätigkeitzu beschäftigen und nicht mit der, welche die praktische Anwen-dung betrifft.

Bei Betrachtung der gesammten menschlichen Arbeiten hatman ohne Zweifel das Studium der Natur so aufzufassen, dass esbestimmt ist, die Grundlage für die menschliche Thätigkeit auf dieNatur abzugeben. Kurz, die Wissenschaft führt zur Voraus-sicht; Voraussicht für die Handlung; so lautet die Formel,welche das Verhältnis zwischen Wissenschaft und deren An-wendung ausdrückt. Indess würde es trotz der Wichtigkeit diesesVerhältnisses eine sehr unvollkommene Vorstellung von den Wissen-schaften sein, wenn man sie nur als die Grundlagen für das Han-deln nehmen wollte. Welche Dienste auch die Wissenschaften derIndustrie geleistet haben, so sollen doch dieselben vor allem demBedürfnis des menschlichen Geistes dienen, welcher nach der Er-kenntnis der den Thatsachen zu Grunde liegenden Gesetze ver-langt. Um zu fühlen, wie tief und dringend dies Bedürfnis ist,kraucht man nur an die physiologischen Wirkungen des Erstaunenszu denken und zu erwägen, dass diese Empfindung für uns dieist, welche allemal da hervorbricht, wo ein Vorgang sich an-^heinend nicht nach den Naturgesetzen vollzieht, mit denen wir ver-baut sind.

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