Fünfzehntes Kapitel.
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mul welche die wirklichen Grundlagen der Wissenschaft bilden.Die Ausdehnung, welche die Lehre der rationellen Mechanik seiteinem Jahrhundert erhalten, hat die philosophische Auffassungdieser Wissenschaft zurückgedrängt, welche von Newton in einerklareren Weise dargelegt worden war. Da dieser Fortschritt durchdie ausschliessliche Benutzung der Rechnung erlangt worden war,so hat man versucht, a priori durch dasselbe Mittel die Grund-prinzipien dieser Wissenschaft zu gewinnen, welche von Newtonweislich nur als Erzeugnisse der Beobachtung geboten wordenwaren. In dieser Weise haben Daniel Bernouilli, d’Alembert und Laplace die Regel für die Verbindung der Kräfte zu be-weisen versucht; nur Lagrange bemerkte, dass die Rechnung insolchen Fällen unzureichend war. Wäre es möglich, die Mechanikso zu bilden, so könnte man nicht begreifen, wie eine solcheWissenschaft für das Studium der Natur anwendbar sein könnte.Das, was ihre Wahrheit ausmacht, ist, dass sie auf einigen allgemeinendurch die Beobachtang erlangten Thatsachen errichtet worden ist,von denen jeder positive Philosoph einsehen muss, dass sie keinerweiteren Erklärung fähig sind. In diesem Kapitel soll der philo-sophische Charakter der Mechanik dargelegt und sie von jedemmetaphysischen Einfluss befreit werden, indem der abstrakte Ge-sichtspunkt von dem konkreten gesondert und der auf Versuchenberuhende Theil von dem aus der Vernunft abgeleiteten Theil ge-trennt gehalten wird.
Ich beginne mit dem allgemeinen Gegenstand dieser Wissen-schaft. Die Mechanik lässt nicht bloss die ersten Ursachen derBewegung bei Seite, welche ausserhalb jeder positiven Philosophieliegen, sondern selbst die Umstände, wie sie hervorgebracht wird.Sie begnügt sich, die Bewegung an sich selbst zu betrachten,ohne die Weise zu erforschen, wie sie veranlasst worden ist. DieKräfte sind nichts anderes als hervorgebrachte Bewegungen, odersolche, welche streben sich hervorzubringen. Zwei Kräfte, welcheeinem Körper dieselbe Geschwindigkeit in derselben Richtunggeben, sind identisch, mag ihr Ursprung sein, welcher er wolle,v on der Bewegung bei der Zusammenziehung der Muskeln einesGeschöpfes, oder von der Ausdehnung einer elastischen Flüssigkeitherkommen. Obwohl diese Autfassungsweise sehr gebräuchlich
Oomte-Big , Positive Philosophie. 8