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Erster Band.
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Zweiundzwanzigstes Kapitel.

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und diese ergiebt sich, wenn man nach der bekannten Regel desParallelogramms der Bewegungen die Schnelligkeit des Lichtes mitder der Erde verbindet. Da die erstere die zweite ungefähr umdas 10 000 fache in der Sekunde übertrifft, so kann diese Abirrungin ihrem höchsten Grade ungefähr nur 20 Sekunden betragen undzwar bald in dem einen, bald in dem anderen Sinne. Diese grössteAbirrung hat statt, wenn beide Bewegungen rechtwinkelig gegeneinander geschehen, und es ergiebt sich daraus im höchsten eineAbirrung von 40 Sekunden in der Stellung der Gestirne währenddes Jahresumlaufs der Erde.

Die Beobachtung der Planeten muss ebenfalls mit einem Orts-fehler behaftet sein, welcher der Abirrung der Fixsterne gleicht;nur ist das Gesetz liier verwickelter, denn statt des einfachenParallelogramms der Bewegungen muss hier das Parallelepipedonbetrachtet werden, das die drei Geschwindigkeiten des Lichtes, derErde und des Planeten befasst; daraus gehen schwierigere, abersonst ähnliche Formeln hervor.

Der Art ist die schöne Arbeit von Bradley; sie bietet nachden Ermittelungen Kepler’s die höchste Offenbarung des astrono-mischen Genies, die bis jetzt geschehen ist. Die wunderbare Ueber-einstimmung dieser Lehre mit den genauesten und auf vielfacheArt veränderten Beobachtungen ergiebt einen unwiderleglichenBeweis für die Wirklichkeit des jährlichen Umlaufs der Erde, dennohne diesen könnte keiner dieser Vorgänge statthaben.

Die Erkenntniss von der Abirrung des Lichtes nöthigtezu einer neuen Berichtigung, welche zu der aus der Strahlen-brechung und der Parallaxe hinzukam. Dasselbe gilt auch für diePräcession und die Nutation. Diese drei neuen Berichtigungenkönnen mittels trigonometrischer Formeln geschehen, ähnlich denen,w elche für die Strahlenbrechung und die Parallaxe aufgestellt sind;Q ur müssen die Coefficienten geändert werden. Es erhellt, dassdurch das Ganze dieser Operationen die blosse Berichtigung einerr °hen Beobachtung, selbst wenn diese mit den besten Instrumentender heutigen Zeit geschieht, eine feine und mühsame Arbeit ge-worden ist.

Der Art sind die verschiedenen Erwägungen, die in ihrerVerbindung den Menschen allmählich zur Erkenntniss der zwie-

Comte-Rlg, positive Philosophie. 13