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Erster Band.
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Zweiundzwanzigstes Kapitel.

fachen Bewegung des von ihm bewohnten Planeten geführt haben.Keine geistige Revolution macht dem Verfahren des menschlichenGeistes mehr Ehre und zeigt so überwiegend das Gewicht positiverBeweise; denn keine hat eine solche Anzahl von Schwierigkeitenüberwinden müssen. Eine kleine Zahl von einzelnen Philosophenohne jede andere gesellschaftliche Stellung, als die, welche dieWissenschaft gewährt, genügte, um innerhalb zweier Jahrhundertebei jedem Gebildeten eine Lehre zu beseitigen, die so alt war,wie die menschliche Einsicht; die auf die stärksten sinnlichen Wahr-nehmungen sich stützte, die mit den Meinungen und Interessen dermächtigsten bestehenden Gewalten eng verknüpft war, und welcheim Innern des Bewusstseins der Einzelnen dem menschlichen Stolzeine instinktive Stütze gewährte.

Hier kann man in passender und allgemeiner Weise darlegen,wie stark der Widerstand ist, welchen die Kenntniss von der Be-wegung der Erde den theologischen Glaubenslehren entgegenstellt.Letztere beruhen in der That auf der Annahme, dass die ganze W eltwesentlich für den Menschen eingerichtet worden sei, und diesmuss selbst dem beschränktesten Kopfe widersinnig erscheinen,wenn feststeht, dass die Erde nicht der Mittelpunkt aller Be-wegungen am Himmel ist, vielmehr die Erde nur als ein unter-geordnetes Gestirn gelten kann, welches nach seinem Range oderseiner Zeit um die Sonne sich zwischen Venus und Mars dreht,deren Bewohner mit ebensoviel Recht das Monopol der Welt sichzuschreiben könnten, einer Welt, die im Weltall selbst kaumbemerkbar ist. Die Halbphilosophen, welche die Lehre von denZweckursachen und Gesetzen der Vorsehung aufrecht erhaltenwollen, gerathen in eine grosse Folgewidrigkeit, denn nachdem siedie Annahme, dass der Nutzen für den Menschen vor allem ent-schieden, haben fallen lassen müssen, können sie der Thätigkeit derVorsehung kein verständiges Ziel zuertheilen. Die Zulassung,dass die Erde sich bewege, hat, indem sie die Bestimmung desUniversums für den Menschen auf hob, deshalb jedes theologischeGebäude an der Wurzel untergraben. Der instinktive Widerwillewahrhaft religiöser Menschen gegen diese grosse Entdeckung undder blinde Zorn der geistlichen Macht gegen den, welcher ihr be-rühmtester Verbreiter war, ist sonach erklärlich.