Band 
Erster Band.
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Zweiundzwanzigafces Kapitel.

Stellung: von der Unbeweglichkeit der Erde stützte; bei dieser Auf-fassung bildeten alle Gestirne ein einziges System, das die Erde zuseinem Mittelpunkte hatte. Dagegen versetzte die Erkenntniss vonder Bewegung der Erde plötzlich alle Gestirne in Entfernungen,die viel grösser waren, als die grössten Zwischenräume zwischenden Planeten, und sie hat in unserem Denken keinen Platz füreine andere Vorstellung des Systems gelassen, als den für diekleine Gruppe, die mit uns sich um die Sonne dreht. Seitdem hat sichder Begriff der Welt klar und verständlich herausgestellt; er be-zeichnet einen Gedanken, den zu verfolgen wir so weit als mög-lich mit Nutzen vermögen. Der Begriff des Universums ist un-sicher und beinahe unverständlich geworden, denn wir wissen heutzu-tage nicht und werden es wahrscheinlich niemals wissen, ob die un-zähligen Sonnen, welche wir wahrnehmen, ein einziges System bildenoder eine vielleicht sein- grosse Anzahl von Theil-Systemen, dievon einander ganz unabhängig sind.

Die Lehre von der Bewegung der Erde hat in unseren An-sichten noch nicht ihren ganzen Einfluss geübt, namentlich in Bezugauf jene Unterscheidung. Dies kommt unzweifelhaft von der grossenUnvollkommenheit unseres Erziehungssystems, welches nicht ge-stattet, selbst die hervorragendsten Geister in diese hohen philo-sophischen Gedanken zu führen, bevor nicht das Ganze ihrer Vor-stellungen den tiefen Eindruck einer ganz entgegengesetzten Lehreerhalten hat. So dienen die positiven Kenntnisse, die sie dem-nächst erlangen, anstatt ihr Wissen zu beherrschen und zu leiten,gewöhnlich nur dazu, die falsche Richtung, welche man zunächstin demselben erweckt hat, bloss zu modiflciren oder zu beschränken.